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Der Oberkommandierende der Seekriegsflotte Russlands, Admiral Wladimir Kurojedow, über die Marine-Doktrin der Russischen Föderation
(Nach: http://strana.ru/state/army/2001/01/10/979119338.html)
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Vorbemerkung der Redaktion: Warten auf "Morskaja Doktrina" ...
Die Lage der Teilstreitkraft ist verzweifelt, alle bisherigen Wiederbelebungsversuche blieben ohne nachhaltigen Erfolg, die Kursk-Katastrophe tat ein Übriges: "Die russische Seekriegsflotte (SKF) steht am Rande des Zerfalls; in einigen Bereichen haben bereits unumkehrbare Prozesse begonnen", das ist die Einschätzung des Oberkommandierenden, Admiral Wladimir Kurojedow, auf einer Sitzung der erweiterten Marine-Führungsriege im Dezember 2000 in St. Peterburg. (1)
Vor diesem Hintergrund ist die seit mehr als 15 Monaten immer wieder angekündigte "Marine-Doktrin der RF" zu sehen, die - so Kurojedows Verheißung - von Grund auf die Probleme des russischen Marinepotentials lösen und die stabile Entwicklung all seiner Komponenten gewährleisten soll.
Im Grunde geht es natürlich um nichts anderes als um die notwendigen Rubel. Offenbar eben dafür soll die Doktrin zu einer entsprechenden gesamtstaatlichen Willensbildung beitragen und die Entscheidungsgremien einschwören. Nicht wenige Indizien machen da freilich eher skeptisch. Man wird sehen ...
Was die Doktrin betrifft: Es bleibt unklar, welche neue Wirksamkeit die jetzt geforderte Doktrin gegenüber dem bereits im März 2000 angenommenen doktrinären "Dokument: Grundlagen der Politik ... auf dem Gebiet der militärisch-maritimen Tätigkeit ..." entfalten soll. Von Kurojedows gebetsmühlenartigem, zudem hier und da metatheoretisch abgehobenem Dozieren sind Wunder wohl nicht zu erwarten. Und: Keine der wiederholten Ankündigungen, dass nun alsbald die Doktrin nachlesbar sei, erfüllte sich bisher ... [JK]
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(1) Kurojedow am 22. Dezember 2000 auf ORT, nachlesbar unter: http://kip.net.ru/news/news.asp?id=6966
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Wladimir Kurojedow
"Die Marinedoktrin der Russischen Föderation wird in Übereinstimmung mit der Verordnung des Präsidenten der Russischen Föderation "Über die Vervollkommnung der maritimen Wirksamkeit der Russischen Föderation" vom Februar 2000 erarbeitet.
Sie wird als Grundsatzdokument die staatliche Politik der Russischen Föderation auf dem Gebiet der maritimen Tätigkeit - die nationale Marinepolitik Russlands - bestimmen.
Ihre Rechtsgrundlage bilden die Verfassung der Russischen Föderation, föderale Gesetze und andere normative Rechtsakte der Russischen Föderation, sowie gleichfalls internationale Verträge und übernommene internationale Verpflichtungen auf dem Gebiet der maritimen Tätigkeit, der Nutzung der Ressourcen und Räume des Weltozeans.
Nach Struktur und Inhalt verkörpert die Marinedoktrin ein umfangreiches Programm gemeinsamer Handlungen der Subjekte maritimer Tätigkeit mit dem Ziel, auf der Grundlage einer einheitlichen staatlichen Marinepolitik die Probleme der Erschließung und effektiven Nutzung des Weltozeans im Interesse der ökonomischen Entwicklung und der Gewährleistung der Sicherheit des Landes im Komplex zu lösen.
In der Marinedoktrin werden Begriffe, Inhalte und Wege zur Realisierung der nationalen Marinepolitik erschlossen, die ein sehr wesentlicher Aspekt russischer Geopolitik ist. Nach Auffassung ihrer Erarbeiter muss nationale Marinepolitik in funktionalen und geostrategischen Richtungen umgesetzt werden. -
Als funktionale Richtungen der Marinepolitik werden die Arten maritimer Tätigkeit (Transport-, Wirtschafts- , Seekriegs- u.a. Aspekte) in Abhängigkeit von der ökonomischen und militärpolitischen Situation in der Welt und vom Platz Rußlands in den internationalen Beziehungen angesehen.
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Geostrategische Richtungen der Marinepolitik berücksichtigen die geografische Lage Russlands, seine räumlichen und geophysikalischen Besonderheiten, die Politik anderer Seemächte in den angrenzenden Gebieten des Weltozeans.
Diese Unterteilung ermöglicht es, im Bereich der Führung und der Handlungen der Flotten das Wirken der föderalen Exekutivorgane mit denen der Küstenregionen der Russischen Föderation miteinander zu verbinden und abzustimmen.
Die Marinedoktrin der Russischen Föderation definiert die Hauptziele und Prioritäten nationaler Marinepolitik in funktioneller Hinsicht sowie die Besonderheiten ihrer Umsetzung in geostrategischer Hinsicht.
Im Interesse ihrer zielgerichteten Anwendung sollen objektive Bewertungskriterien der Effektivität nationaler Marine-Politik geschaffen werden.
Nach der Idee ist die Marine-Doktrin die logische Fortsetzung der bereits gültigen doktrinären Dokumente - der Konzeption der nationalen Sicherheit, der Militärdoktrin und anderer -, und sie wird zur Grundlage der Umsetzung der Marine-Politik des Staates in allen Bereichen maritimer Tätigkeit, darunter auch der militärischen.
Die bereits bestätigten "Grundlagen der Politik der Russischen Föderation im Bereich der Seekriegstätigkeit" sind nicht nur Bestandteil der Militärdoktrin, sondern werden auch untrennbarer Bestandteil der Marine-Doktrin der Russischen Föderation und somit ihrer Marine-Politik. ...
Struktur und Inhalt der Marine-Doktrin der Russischen Föderation entsprechen den fundamentalen Zielen der nationalen Politik Russlands und werden der realen geopolitischen Lage und ökonomischen Situation Rechnung tragen.
Zur Ausarbeitung der Marine-Doktrin wurden führende Wissenschaftler und Spezialisten auf dem Gebiet aller Arten maritimer Tätigkeit der Russischen Föderation herangezogen. Die Arbeit an der Marine-Doktrin ist praktisch abgeschlossen. Es läuft noch ihre Abstimmung mit den föderalen Organen der Exekutive der Russischen Föderation.
Die Realisierung der Bestimmungen der Marine-Doktrin wird durch den Präsidenten der Russischen Föderation über das Marine-Kollegium Rußlands umgesetzt. Hierbei handelt es sich um das Zentrum der Durchführung staatlicher Politik auf dem Gebiet der maritimen Tätigkeit und der Koordination der Aktivitäten der Organe staatlicher Macht, wissenschaftlicher, gesellschaftlicher, industrieller und anderer Organisationen. Dabei geht es auch um die verschiedenen Formen des Eigentums im Rahmen der seewirtschaftlichen Tätigkeit bei der Lösung einer selbständigen staatlichen Aufgabe von besonderer Priorität - der Gewährleistung der nationalen Interessen und der Sicherheit der Russischen Föderation im Weltozean.
Die Annahme einer Marine-Doktrin als Grundlage der Marinepolitik wird, so hoffen wir, das institutionelle Herangehen an die Lösung der Probleme des Marinepotentials Rußlands von Grund auf ändern und eine stabile Entwicklung jedes seiner Bestandteile gewährleisten. Eine solche Doktrin wird selbst unter Bedingungen einer eingeschränkten Finanzierung als aktives Instrument zur Koordinierung der maritimen Tätigkeit des Staates beitragen. Sie kann entscheidend das Erzielen eines ökonomischen Effektes für das Gesamtsystem und die nationalen Interessen Rußlands insgesamt befördern, und ebenso wird sie die Festigung der internationalen Autorität Russlands als einer führenden Seemacht begünstigen."
Original:
http://strana.ru/state/army/2001/01/10/979119338.html
Übersetzung: Egbert Lemcke, 24. April 2001.
( Redaktionell eingeleitet und geringfügig bearbeitet: [JK], 15.06.01 )
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