Renaissance der "Moskito-Flotte".
Über Tendenzen und Chancen in einem speziellen Segment des Rüstungsmarktes
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An eine Renaissance der Moskito-Flotte glaubt der Generaldirektor des Konzerns für mittel- und kleintonnagigen Schiffbau der Rybinsker OASO "Vympel", Michail Wjatscheslawowitsch Cheyfitz, - und dies nicht ohne Grund. Im Interview mit der Nesawisimaja Gaseta vom 28. September 2001 äußert er sich zu Tendenzen in diesem Marktsegment des Kriegsschiffbaus.
Cheyfitz geht davon aus, dass sich im Zuge der Entwicklung neuer Mittel der Nachrichtenverbindung, der Funkmeßortung, der Hydroakustik sowie neuer Waffenarten der Bau von Großkampfschiffen weltweit im Niedergang befindet. Lediglich einige Supermächte, deren erklärte Lebensinteressen sich fernab der eigenen Küsten befinden, könnten sich gestatten, maritime Giganten in Dienst zu stellen.
Die heute wesentlichsten Nutzer von Bewaffnung und Militärtechnik in Süd-Ost-Asien, im Arabischen Osten, in Afrika und Lateinamerika hätten sehr gut verstanden, dass hocheffiziente, mobile, gut bewaffnete Schiffe mit einer Wasserverdrängung bis maximal 2000 Tonnen faktisch in der Lage sind, die selben Aufgaben zu lösen, die großen Schiffen gestellt sind. Dies resultiere daraus, dass auf diesen Schiffen die Ortungsmittel fast die gleichen wären, wie auf größeren Schiffen, die Raketenbewaffnung, das Zusammenwirken mit anderen Schiffseinheiten, mit der Küste und dem Luftraum absolut identisch wären.
Somit könne man heute Gefechtseinheiten für die Flotte erwerben, die funktional praktisch die gleichen Aufgaben erfüllen wie große Schiffe, jedoch nur ein Zehntel der Kosten betragen würden. Somit werde heute jedes Land, das in der Lage ist zu rechnen, die Anschaffung von fünf bis sieben kleintonnagigen Schiffen mit Präzisionswaffen und hochmoderner radioelektronischer Ausrüstung bevorzugen, anstatt für das gleiche Geld einen Kreuzer oder Zerstörer anzuschaffen zuzüglich der dann erforderlichen kolossalen Ausgaben für deren Unterhaltung. Deren Mobilität, Operativität und Gedecktheit des Einsatzes würden dabei noch entschieden niedriger sein.
Aus diesen Gründen bewertet Cheyfitz das Marktpotential für kleine Schiffe (darunter auch Raketenschnellboote) für den Zeitraum der kommenden 10 Jahre auf 500 – 550 Einheiten. Diese Prognose bezieht sich in erster Linie auf die bereits genannten Regionen. Bei dem Bestreben dieses Marktsegment zu besetzen, verweist Cheyfitz auf seriöse traditionsreiche westliche Konkurrenz.
Die eigene Traditionslinie zeichnet Cheyfitz beginnend mit der Seeerprobung des Projektes 183 im Jahre 1957 über das weit verbreitete, mehrmals modifizierte Projekt 205. Speziell verweist er darauf, dass sich diese Boote auf geschlossenen Seekriegsschauplätzen und bei Gefechtshandlungen in küstennahen Gebieten mehrfach als effektives Kampfmittel gegen Überwasserschiffe bewährt hätten.
Bezüglich der heutigen Potenzen seines Konzerns betont Cheyfitz:
"Wir verfügen heute sowohl über alle Arten der Funkelektronik, Mittel der Ortung, der Hydroakustik und U-Boot-Abwehr-Bewaffnung als auch über solche Raketenkomplexe wie "Uran", "Jachont", "Medvedka", sehr gute Torpedos und gute Artilleriekomplexe, wie z.B. "Kashtan".
Im übrigen schauen wir auch solchen Kundenforderungen gelassen entgegen, die eigene Ausrüstungen installiert haben möchten - Mittel der Funkelektronik, der Hydroakustik, Nachrichtenmittel, Ruderanlagen -, zeigt doch die Einsatzerfahrung, dass sie nach einiger Zeit darum bitten, unsere Apparaturen zu installieren."
Abschließend verweist Cheyfitz darauf, dass sich die Beziehungen seines Konzerns zu den Auftraggebern über "RosOboronEksport"
(«рособоронэкспорт») vollziehen und er davon ausgeht, dass in den nächsten Monaten eine Reihe von seriösen Verträgen unterzeichnet werden wird, die es ermöglichen, seine Produktion für den Außenmarkt zu realisieren, um dadurch Entwicklung und Bau von Schiffen entschieden voranzutreiben.
Weitere Quellen zu dieser Thematik:-
zu den Produktions- und Exportvorhaben der Rybinsker OASO "Vympel":
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zu einem parallelen Interview mit dem Generaldirektor des baltischen Schiffbauunternehmen "Jantar", N.F. Wolow, aus Kaliningrad:
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zum Luftabwehr-Artillerie-Raketensystem "Kashtan":
http://www.roe.ru/products/navy/kashtan.htm
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zur Antischiffsrakete "Jachont":
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zum Raketensystem "Uran":
http://www.roe.ru/products/navy/uran.htm
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zum Antischiffsraketenkomplex "Medvedka":
http://www.flot.tsi.ru/flot/armament/rocket/medvedka.htm
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