Und jetzt der „Skorpion“ ...
Die Produktion der Rybinsker Schiffbauer kann die Flotte eines beliebigen Staates aufwerten
Nach einem Artikel von Michail Chodarenok in "Nesawisimoje wojennoje obosrenije" (Moskau) vom 20.07.2001 zu den Produktions- und Exportvorhaben der Rybinsker OASO "Vympel"
Bericht und auszugsweise Übersetzung: Egbert Lemcke
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Im Juni erfolgte in der Rybinsker Offenen Schiffbau-Aktionärs-Gesellschaft "Vympel" die Zeremonie der Kiellegung eines Raketen-Artillerie-Schnellbootes neuer Generation vom Projekt 12300 "Skorpion" sowie der Stapellauf des Typschiffes des Patrouillenbootes vom Projekt 12310 "Mangust". Moderne Raketenschnellboote, bewaffnet mit Antischiffsraketen, verfügen über eine Schlagkraft, die der von Korvetten, ja selbst von Fregatten entspricht - und dies bei relativ gemäßigten Kosten für Bau und Unterhaltung. Gerade aus diesem Grunde bilden Raketenschnellboote und kleine Raketenschiffe im Bestand der Flotten vieler europäischer Staaten und mehr als 40 Staaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas die Grundlage ihrer Schlagkräfte, und in Friedenszeiten leisten diese den Patrouillendienst.
Die Schiffbaugesellschaft «Vympel» produziert seit über 70 Jahren Schiffe dieser Klassen sowohl für die Seekriegsflotte Russlands, als auch für den Export.
Der "Skorpion"
Der Bau von Schnellbooten des Projektes «Skorpion» ist in folgenden Modifikationen geplant: -
Projekt 12300 mit dem Komplex «Jachont» für den Export,
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Projekt 12301 mit dem Komplex «Onix» für die Seekriegsflotte der RF,
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Projekt 12302 mit dem Komplex «Uran» für den Export sowie
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eine Modifikation davon für die Seekriegsflotte der RF,
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Projekt 12301P für den Föderalen Grenzdienst.
Bei der Entwicklung des Projektes 12300 "Skorpion" wurden neueste eigene und ausländische Entwicklungen auf dem Gebiet der "Stealth"-Technologie, der Hydrodynamik, Energetik und Bewaffnung beachtet und umgesetzt. Das Rybinsker Raketen-Artillerie-Schnellboot ist ein Boot der vierten Generation und wurde entwickelt für die Ablösung der bekannten Raketenschnellboote und kleinen Raketenschiffe der Projekte 205, 1234, 1241 (NATO-Bezeichnungen "Osa", "Nanutschka" und "Tarantul").
Beim "Skorpion" kommen zum Einsatz: -
der Raketenkomplex "Jachont" ("Onix" beim Projekt 12301),
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der Fla-Raketenabwehr-Komplex "Kashtan",
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die hydroakustische Station "Anapa",
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die Artillerieanlage AU-190 mit einer Turmverkleidung nach der "Stealth"-
Technologie,
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ein neues Gasturbinenaggregat mit einer Leistung von 16000 PS,
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das Gefechts-Informations- und Führungssystem "Sigma".
Diese Ausrüstung und Bewaffnung ermöglicht dem Raketenschnellboot die Fernauffassung von Zielen (einschließlich transhorizontaler) sowie den Datenaustausch zwischen Booten und Schiffen in der Gruppe; den Einsatz der Raketen- und Artilleriebewaffnung auf Küstenziele, die Erhöhung der Effektivität der Luft- und U-Bootabwehr sowie eine entscheidende Erhöhung der Einsatzweite. Letztlich hat sich die Vernichtungsdistanz von Zielen mit Flügelraketen im Vergleich mit den im Bestand befindlichen Projekten von Schnellbooten verdoppelt.
Der mittlere Orientierungspreis für ein Schnellboot vom Projekt 12300 von der OASO "Vympel" beträgt etwa 35 Mill. US-Dollar bei einem prognostizierten Bedarf von 48 Einheiten (darunter für die Seekriegsflotte der RF – 10, für den Föderalen Grenzdienst – 10, für den Export –28). Die Gesamtkosten für das Bauprogramm in der OASO "Vympel" schwanken in den Grenzen von 1,6 – 1,7 Mrd. US-Dollar.
Die sich anschließende Beschreibung des Typbootes vom Projekt 12510 "Mangust", das bereits vom Departement Maritimer Schutz des Föderalen Grenzdienstes Russlands in Auftrag gegeben wurde, folgt der selben Argumentationslinie. Hier jedoch soll der vorherige Einsatz im eigenen Föderalen Grenzdienst erst die künftigen Exportmöglichkeiten anbahnen.
Zu den Perspektiven
Kürzlich schlossen sich einige russische Schiffbauunternehmen zu einer Assoziation im Rahmen einer Offenen Aktionärsgesellschaft unter der Bezeichnung «Konzern für mittel- und kleintonnagigen Schiffbau» («Концерн среднетоннажного и малотоннажного кораблестроения») zusammen. Zum Bestand dieses Konzerns gehören: -
das Schiffbauunternehmen Sredne-Nevski (Средне Невский) aus St. Petersburg,
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die Schiffbauunternehmen Chabarow und Amur (Хабаровский и Амурский) aus Komsomolsk-am-Amur,
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das baltische Schiffbauunternehmen "Jantar" («Янтарь»)
aus Kaliningrad,
die Schiffbaugesellschaft "Vympel" («Вымпел») aus Rybinsk und
der Hauptprojektant ZMKB "Almaz" ЦМКБ «Алмаз»).
Die Finanzierung praktisch des gesamten Schiffbauprogramms des Konzerns wird durch eine überregionale Investitionsbank realisiert.
Die Unternehmen des Konzerns umfassen das gesamte Spektrum der mittel- und kleintonnagigen Schiffe und Boote, die auf inneren und äußeren Märkten gefordert werden können. Was den militärischen Schiffbau betrifft, so stellen die Firmen des Konzerns einheimischen und ausländischen Auftraggebern U-Boote, Minenräumboote, Raketen-Artillerie- und Patrouillenboote, in der Produktion des zivilen Spektrums - Schlepper, Fischkutter und Feuerlöschboote zur Verfügung.
Das Unternehmen «Vympel» plant, das Raketen-Artillerie-Schnellboot «Skorpion» über 4 Jahre zu bauen. Im Verlaufe dieser Zeit – von 2001 bis 2005 - wird sich die Schiffbaugesellschaft aktiv dem Verkauf der Projekte 1242.1 und 1241.8 widmen. Die Schiffbauer hoffen, in diesem Zeitraum ausländischen Auftraggebern eine ganze Serie von 15 – 20 Einheiten bauen und übergeben zu können. Die Mittel aus dem Verkauf fließen dann in die Weiterentwicklung von Produktion und Bau des «Skorpion». So soll es dann möglich werden, potentiellen Käufern bis zum Jahre 2005 ein prinzipiell neues Raketen-Artillerie-Schnellboot anzubieten.
Die Entwicklungstendenzen auf dem Markt für Schnellboote dieser Klasse werden im Rybinsker «Vympel» sehr positiv bewertet, und man will dem Trend in der weltweiten Entwicklung des Schiffbaus nicht hinterherlaufen. Wenn auch das Raketenschnellboot vom Typ «Molnija» mit der Antischiffsrakete «Moskit» gegenwärtig noch als eine sehr seriöse Waffe eingeschätzt wird, so wird es doch in 5 Jahren leider nicht mehr konkurrenzfähig sein.
Abschließend wird die bereits gute Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Auftraggebern hervorgehoben und bezüglich des Exportes auf bereits unterzeichnete zwischenstaatliche Regierungsprotokolle mit Vietnam und China verwiesen, so dass bis zum Jahresende mit weiteren Aufträgen fest zu rechnen sei.
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