| [Impressum] | [ DSS-Home ] [ Scheler-Home ] | 15.10.2010 |
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Die Studiengemeinschaft ist, als die Teilung Europas in feindliche Machtblöcke und die militärische Konfrontation auf deutschem Boden aufhörten, von Wissenschaftlern ins Leben gerufen worden, die bis dahin an der Militärakademie der DDR gelehrt und geforscht hatten. Damals sollte eine prinzipiell neue Sicherheitspolitik die alte Politik der gegenseitigen militärischen Bedrohung ablösen. Frieden sollte nicht mehr durch militärische Abschreckung gesichert werden, sondern durch eine auf Gewaltverzicht beruhende Sicherheitspartnerschaft, die es möglich macht, die militärischen Potenziale abzurüsten. Entmilitarisierung der Sicherheit – das war die Grundidee. Sie folgte aus der im Kalten Krieg gewonnenen Einsicht, dass Frieden und Sicherheit im atomaren und Hochtechnologiezeitalter nicht errüstet werden können. Diesem neuen sicherheitspolitischen Denken widmete sich die als eingetragener Verein wirkende Studiengemeinschaft, und an ihm hält sie bis heute fest. Sie widersetzt sich damit entschieden dem Rückfall in eine militaristische Denkweise, von der die Sicherheitspolitik mehr und mehr beherrscht wird, seitdem Deutschland seine außenpolitische Souveränität erlangt hat. Selbständig oder in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern und Institutionen untersucht sie kritisch wesentliche Prozesse auf dem Gebiet von Krieg und Frieden, Streitkräften und Rüstungen, Sicherheit und Konfliktlösung, wie sie sich in der neuen Weltordnung vollziehen. Sie sieht es als ihre Verpflichtung an, jenen Gedankenstoff, aus dem die Konzeption entmilitarisierter Sicherheit schöpfte, als Erbe zu erschließen und zu bewahren, um es für eine konstruktive Alternative zu der gegenwärtig vorherrschenden sicherheitspolitischen Denkweise fruchtbar zu machen. In den sicherheitspolitischen Diskurs greift die Studiengemeinschaft mit zahlreichen wissenschaftlichen Veranstaltungen und Publikationen ein und erreicht damit lokal, deutschlandweit und in den Nachbarländern Tschechien und Österreich eine gewisse Öffentlichkeit. Zum zwanzigjährigen Bestehen geben die 100ste Ausgabe der als Arbeitspapiere erscheinenden Schriften sowie die seit 10 Jahren betriebenen Internetseiten Einblick in die Tätigkeit der Studiengemeinschaft und ihrer Mitglieder. Wolfgang Scheler, im Oktober 2010 |