Horst S c h n e i d e r
Anmerkungen zur Rolle Dresdens bei der Kriegsplanung und psychologischen Kriegführung in der jüngsten deutschen Geschichte
Beitrag zum 13. Dresdner Friedenssymposium am 12. Februar 2005. Print-Version in:
Die Planung weltweiter Interventionskriege, das Völkerrecht und die Zukunft der Menschheit,
Beiträge zum 13. Dresdner Friedenssymposium am 12. Februar 2005 (DSS-Arbeitspapiere 74 - 2005)
Der 60. Jahrestag der Zerstörung Dresdens wenige Monate vor der Befreiung Deutschlands vom Faschismus ist für viele und unterschiedliche politische Kräfte der Anlaß, sich unter aktuellen Gesichtspunkten an den Untergang von Elbflorenz zu erinnern.
Frederick Taylor reduziert in seinem Ende 2004 in England und Deutschland erschienenen Buch Dresden, Dienstag, 13. Februar 1945 die Fragen auf den Untertitel Militärische Logik oder blanker Terror?(1) Er beruft sich dabei in starkem Maße auf die Arbeiten von Jörg Friedrich(2), Götz Bergander(3) und Franz Korowski(4), die in den letzten Jahren besonders meinungsbildend wirkten. Die vorherrschende Tendenz, insbesondere bei Jörg Friedrich, ist die Saldierung der Opfer, die Bundespräsident Roman Herzog nicht zufällig am 13. Februar 1995 in der Dresdner Kathedrale scharf verurteilt hat.(5)
Eine gesteuerte Medienwelle läuft durch das Land, die darauf abzielt, die Deutschen in ein Land der (Bomben und Vertreibungs-) Opfer zu verwandeln. Die Neofaschisten in Dresden nutzen inzwischen traditionell den 13. Februar, um auf dieser Welle des Geschichtsrevisionismus mitzuschwimmen. Andere, vor allem die Teilnehmer des Dresdner Friedenssymposiums, das am 12. Februar 2005 zum 13. Mal stattfindet, bemühen sich, die Ursachen der Tragödie aufzuhellen und Lehren für die aktuelle Politik zu ziehen.(6)
Im Hinblick auf unser Thema ist zu fragen: Was hat Dresden mit den Interventionskriegen, dem Bruch des Völkerrechts und der Gefährdung des Friedens zu tun? Worin besteht die besondere Verantwortung der Bürger Dresdens?
Wer Augen hat zu sehen und Ohren, um zu hören, erlebt seit 1990 eine bemerkenswerte Renaissance der sächsischen Militärtradition, wenngleich in ihr wenig Rühmenswertes zu finden ist.(7) Sogar Schlachten wie die Völkerschlacht bei Leipzig werden inzwischen zum massenwirksamen event nachgespielt. Es darf bezweifelt werden, daß damit dem Vermächtnis der Bombenopfer entsprochen wird.
Jedes geschichtliche Ereignis, auch der 13. Februar 1945, hat sein Davor und sein Danach. Zum Davor in Dresden gehört, daß diese Stadt in besonderem Maße Ort der Kriegsplanung und Kriegsvorbereitung war. Wolfgang Welkerling und Hermann Rahne haben diesen Aspekt in der Geschichte Dresdens untersucht.(8) Zu den Fakten gehören:
- Schon in der Weimarer Zeit wurde in Dresden die illegale Aufrüstung, die den Bestimmungen des Versailler Vertrages widersprach, forciert, vor allem bei der Luftwaffe. Hitler traf auf einen bestellten Acker.
- Die Dresdner Garnison stellte Offiziere, die sich an der Ausbildung von Hitlers Sturmabteilungen (SA) beteiligten.
- Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler fand auch in Dresden unter den meisten Offizieren (warum?) begeisterte Zustimmung.
- Dresden war während der dreißiger Jahre eine der größten Garnisonstädte in Deutschland.
- Die etwa 4 000 Offiziere, die in Dresden eine spezifische Ausbildung erhielten, bildeten die militärische Elite der faschistischen Aggressionsarmee.
- Die Generale Olbricht und Oster, die jetzt in Dresden als Männer des 20. Juli zu Recht geehrt werden, bilden eine Ausnahme, waren aber an der Kriegsplanung und Kriegführung anfangs aktiv beteiligt, Olbricht vor allem bei der Besetzung Prags und beim Einmarsch in Polen.(9)
- Zu Kriegsbeginn standen etwa 20.000 Soldaten in den Dresdner Garnisonen, deren Divisionen bei den Überfällen auf die Tschechoslowakei und Polen, später bis zum Kriegsende an den Verbrechen in der Sowjetunion beteiligt waren.
Tatsachen sind ein hartnäckig Ding.
Auch die Zerstörung Dresdens war Ergebnis einer Kriegsplanung, wenngleich nun als Antwort auf das Coventrieren der deutschen Luftwaffe. Aus der Sicht der Planer in Großbritannien sollte mit dem Bombenkrieg die Widerstandskraft und die Moral der Deutschen gebrochen werden. In der Planung der Goebbels und Co. wurde der Bombenterror zur Stärkung des Widerstandswillens mißbraucht.
In der Nachkriegsplanung der westlichen Alliierten sollte Thunderclap in Jalta eine Trumpfkarte gegenüber der Sowjetunion sein. Die militärisch sinnlose Zerstörung Dresdens war bereits ein Prolog zur Ost-West-Konfrontation späterer Jahrzehnte.(10)
Al Gore, unter Bill Clinton Vizepräsident der USA, hat 1994 in seinem Buch Wege zum Gleichgewicht(11) öffentlich resümiert, daß seit Ende des zweiten Weltkrieges der Widerstand gegen den Kommunismus den Grundzug aller geopolitischen Strategien der USA bildete. Von den britischen Parlamentariern hat nur einer, der Bischof von Chichester Dr. Bell, gegen die Bombardierung Dresdens protestiert.
Was die Enthüllung der strategischen und taktischen Überlegungen derjenigen betrifft, die über die Bombardierung Dresdens entschieden, gibt das (15.) Kapitel ‚Donnerschlag’ und Jalta Auskunft, das wir in dem Buch Frederick Taylors Dresden, Dienstag. 13. Februar finden. Das Buch trägt den Untertitel Militärische Logik oder blanker Terror?(12)
Ich referiere die wichtigsten Fakten aus Taylors Buch: Die Idee Donnerschlag entstand in britischen Stäben im Sommer 1944. Ziel des Angriffs sollte eine riesige Zahl von Toten sein. Das würde sich "in ganz Deutschland vernichtend auf die Moral von Politikern und Zivilbevölkerung auswirken". Der Widerstandswille der deutschen Bevölkerung sollte gebrochen werden: "Dies war eine harte, nüchterne Empfehlung, die jeglichen Anflug von Wohlwollen gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung vermissen ließ - der rücksichtslose Einsatz der insgesamt Furcht einflößenden Zerstörungsgewalt der alliierten Luftstreitkräfte galt nun als ein entscheidendes Mittel, um den Krieg zu gewinnen, und in diesem Kalkül waren die feindlichen Flüchtlinge nichts als ein weiterer Faktor."(13)
Die Entscheidung fiel auf Vorschlag von Luftmarschall Harris, der sich am 1. November 1944 für die Zerstörung Dresdens ausgesprochen hatte, durch Churchill am 25. Januar, also am Vorabend seines Abflugs zur Krim-Konferenz. Churchill sprach sich drastisch für "bating the Germans" aus, wobei bate eine doppelte Bedeutung hat, Fleisch im eigenen Saft zu schmoren oder das Fell zu gerben.
Daß sich in Dresden überwiegend Flüchtlinge aus Schlesien befanden, war in London bekannt, aber ein Faktor, der die Entscheidung verstärkte. Die Zerstörung des Zentrums mit den Eisenbahnknotenpunkten, dem Fernmeldenetz usw. war beabsichtigt: "Dies war eine der wichtigsten Lehren, welche britische Planer vor langer Zeit aus dem deutschen Bombenangriff auf Coventry gezogen hatten."(14)
Es bewahrheitet sich: Wer das Schwert zieht, wird durch das Schwert umkommen! Für Dresden konnte es nach der Bombennacht vom 13. Februar nur ein Vermächtnis geben, das in Buchenwald zum Schwur wurde: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Diese Auffassung teilt auch Frederick Taylor mit uns: "Die Menschheit kann sich Krieg und Intoleranz nicht mehr leisten."(15)
Dieses Vermächtnis wirkte im Bewußtsein nicht nur von Dresdnern so stark, daß ihm auch Bundespräsidenten ihren Tribut zollten: Richard von Weizsäcker am 14. November 1990 in Coventry(16), als er Versöhnung anbot und sein Echo fand, Roman Herzog, als er am 13. Februar 1995 das "Saldieren der Opfer" geißelte(17), und Helmut Kohl, als er am 19. Dezember 1989 vor der Ruine der Frauenkirche schwor, daß von deutschen Boden immer nur Frieden ausgehen wird.(18)
Ich habe alle drei Reden gehört und frage heute: Sind sie Geschwätz von gestern? Dresden blieb auch in den Jahrzehnten der Konfrontation der beiden Systeme Garnisonstadt der sowjetischen Truppen und einiger Einheiten der Nationalen Volksarmee. Dr. Wolfgang Kerner und Wolfgang Welkerling haben eine Studie zum Thema Zur Geschichte der Garnisonstadt Dresden von 1945 bis 1990/93 erarbeitet, die 2006 gedruckt werden soll. Es wäre unredlich, diese Studie heute zu verwenden. So aber weiß jeder: Die sowjetischen Truppen und die NVA-Einheiten in Dresden waren Teil der friedensgebietenden Macht des Sozialismus, die ausschloß, daß bis 1990 Krieg von deutschem Boden ausgehen konnte. Zu dieser friedensgebietenden Macht trug auch das Wirken der Militärakademie in Dresden bei.(19)
Anfang der achtziger Jahre entstand an der Ruine der Dresdner Frauenkirche eine Tradition, die weltweite Beachtung fand: Schwerter zu Pflugscharen! Frieden schaffen ohne Waffen! Pfarrer Bretschneider, der damals eine führende Rolle spielte, erinnerte sich kürzlich unter dem Titel Friedliche Wehrkraftzersetzung daran. Wir lesen u.a.: "Ich bin am 13. Februar 1945 aus einem zertrümmerten Haus in Dresden herausgezogen worden. Der brennende Himmel ist mir bis heute vor Augen und hat mich maßgeblich geprägt. Dann waren es eigentlich die DDR-Erziehung und die Erziehung im christlichen Glauben, die mich zu einem Wehrdienstverweigerer machten."
Er habe sich als Jugendpfarrer für das Symbol Schwerter zu Pflugscharen entschieden: "Dieses Denkmal war für mich deswegen interessant, weil es faktisch biblische Worte in eine Plastik umsetzt. Und weil es ein Denkmal ist, das sowohl in Moskau als auch in New York steht, also insofern nicht einseitig ist. Vor allem war es aber ein Symbol, das ich den Jugendlichen anbieten konnte, weil sie immer Zeichen brauchen, mit denen sie sich artikulieren und an denen sie sich erkennen können."
Und Bretschneider gehörte zu den Begnadeten, die damals von Helmut Schmidt (nach dem heute eine Kaserne in Hamburg benannt ist) erleuchtet wurden: "Und ich hatte das Glück, persönlich eine Erläuterung durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt zu erhalten, der Mitte der 80er Jahre ostdeutsche Kirchenleute besuchte."(20)
Inzwischen sind 20 Jahre vergangen. Es gibt viel Literatur und noch mehr Erfahrungen, die uns zu Fragen zwingen: Wessen Werk betrieben die, die damals die friedliche Wehrkraftzersetzung in der DDR betrieben? Hat sich der Bibeltext Schwerter zu Pflugscharen inzwischen geändert? Gilt das Friedenschaffen mit Waffen! der Bush und Co. jetzt auch für Pfarrer Bretschneider verändert? War Pazifismus womöglich damals nur die Tarnung für ganz andere Interessen und Ziele?
Zum Vermächtnis der Zerstörung Dresdens und Coventrys gehört der Wille beider Städte, zur Versöhnung beizutragen. Reverend Paul Oestreicher von der Kathedrale Coventry hat den Anfang, den Weg und das Ergebnis unlängst skizziert.(21) Er stellt fest, daß die Initiative zur Begründung der Partnerschaft 1954 von Oberbürgermeister Walter Weidauer ausging und daß im Westen Mut dazu gehört habe, mit einem "kommunistischen Stadtrat einen Partnerschaftsvertrag zu schließen".(22)
Ich meinerseits bekenne, daß es keines Mutes bedurfte, an der Gestaltung der Partnerschaft Dresden - Coventry (bis November 1990) mitzuwirken. Höhepunkt meiner Mitwirkung war für mich die Teilnahme an der Versöhnungszeremonie in der Kathedrale in Coventry zwischen der Queenmother und Richard von Weizsäcker am 14. November 1990, dem 50. Jahrestag der Zerstörung Coventrys. Ich wurde protokollarisch so behandelt, als wäre ich der Botschafter der DDR, den es zu dieser Zeit nicht mehr gab und der ich nie war.
Wenn Paul Oestreich feststellt "Es ist verständlich, aber auch traurig, daß sich einige ältere Mitglieder der Gesellschaft (Dresden-Coventry H. S.) nun von der Seite Dresdens übergangen fühlen", vermute ich einen Irrtum. Die Spitze in Dresden wollte nach 1990 die Mitarbeit von unsereinem gar nicht mehr, konnte die Leistungen von Kommunisten im Dienste der Versöhnung auch gar nicht würdigen, konnte aber auch daran nicht vorbeigehen.
Wenn wir über den Platz Dresdens in der Kriegsplanung nachdenken, dürfen wir die NATO-Kriegsplanung nicht übergehen, zumal Dresdner Pazifisten wie Pfarrer Bretschneider von Helmut Schmidt persönlich darüber informiert worden sind. Dresden war noch im NATO-Manöver Wintex im Frühjahr 1989 Ziel eines Atomschlages. Nachdem BILD am 28.03.1993 darüber berichtet hatte, beeilte sich der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr und während der Aggression gegen Jugoslawien Planungschef der NATO(23), General Naumann, in einem Brief an Oberbürgermeister Dr. Wagner zu beteuern, daß er an der Übung nicht teilgenommen habe. Seine Frau habe damals das Schicksal Dresdens miterlebt: "Daraus entstand für mich die innere Verpflichtung, dazu beizutragen, daß etwas Ähnliches einer deutschen Stadt nie wieder passiert."(24)
Der Leser merke auf: Der Topmanager des Kriegshandwerks(25) wollte deutsche Städte verschonen, nicht Städte out of area, womöglich bis zum Hindukusch. Inzwischen loben Befürworter der aggressiven deutschen Militärpolitik wie der TU-Professor Reiner Pommerin den Nutzen der Garnison in Dresden.(26)
Und so schließt sich der Kreis von der Kriegsplanung im Auftrage des deutschen Imperialismus vor 1939 bis zur Fortsetzung derselben Tätigkeit in unseren Tagen am selben Ort. Werden an der Offizierschule Friedensengel, Entwicklungshelfer oder Aktivisten für Schwerter zu Pflugscharen ausgebildet, oder die Elite für die deutsche Verteidigung am Hindukusch und die EU-Interventionsarmee, die sich im Aufbau befindet und in der EU-Verfassung rechtlich verankert ist?
Übrigens, der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche kostet nicht mehr als die Heeres-Offizierschule. Warum wurde für die Frauenkirche eine Spendenaktion gestartet, nicht aber für die Offizierschule? Wäre da nicht eine Einsparung im Interesse des Friedens - Schwerter zu Pflugscharen - angebracht gewesen?
Gerhard Hauptmann hat im Februar 1945 seine Erschütterung bei der Zerstörung Dresdens in bewegenden Worten beschrieben. "Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens … Von Dresden aus, von seiner köstlich gleichmäßigen Kunstpflege in Musik und Wort, sind herrliche Ströme durch die Welt geflossen, und auch England und Amerika haben durstig davon getrunken. Haben sie das vergessen?"(27) Alles an diesem Hauptmann-Satz ist richtig und entspricht dem Gefühl der leidenden Dresdner. Aber hat nicht jeder Mensch in den von Deutschen bombardierten Städten die gleichen Gefühle gehabt? Erst mit der Zerstörung Dresdens begann die Barbarei? Ist nicht jeder Krieg von Anfang an eine Barbarei? Warum haben Leningrad und Coventry ihm kein Wort der Scham und des Zorns entlockt? Inzwischen gab es Belgrad, Bagdad, Falludscha. Wer von den deutschen Schriftstellern und pazifistischen Pfarrern hat über die Bombardements wenigstens geklagt?
Wer die politische Entwicklung verfolgt, kennt rühmenswerte Ausnahmen, Pfarrer, deren Bibeltext sich nach 1990 nicht geändert hat. Zwei davon predigen in Leipzig.
Die Leipziger Pfarrer Christian Wolff von der Thomaskirche und Christian Führer von der Nikolaikirche veröffentlichten 1995 eine Erklärung, die in den Dresdner Veranstaltungen für Zündstoff im positiven Sinne sorgten: Das Schweigen überwinden - Friedenspolitik neu gestalten. Ein Aufruf zu Umkehr und Orientierung. In dieser Erklärung heißt es: "50 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges eröffnet sich eine bittere Bilanz:
- Heute können Kriege geführt werden, ohne daß sich dagegen nennenswerter Protest erhebt.
- Eine Ächtung des Krieges als politische und moralische Unmöglichkeit findet nicht (mehr) statt.
- Die internationale Politik verkommt zur Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln; und Diplomatie erschöpft sich darin, Kriege lediglich erträglicher zu machen.
- Konflikte werden durch den noch immer legalen Waffenexport geschürt.
- Weltpolitische Verantwortung übernehmen wird in der politischen Auseinandersetzung in Deutschland verstanden als sich an militärischen Aktionen beteiligen zu können.
- Einen Zwang, Konflikte nicht militärisch auszutragen, gibt es derzeit nicht.
Darum treten wir für eine entschlossene Umkehr ein:
- Militärpolitisches Denken und Handeln müssen ersetzt werden durch eine aktive und intelligente Politik der Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit.
- Durch eine neue Ost- und Friedenspolitik müssen Bedingungen geschaffen werden, die vorhandene Konflikte nichtmilitärisch auszutragen.
- Soziale Gerechtigkeit und eine gleichberechtigte wirtschaftliche Entwicklung zwischen Ost und West, Nord und Süd müssen zum ersten Ziel internationaler Politik werden.
- Waffenexporte müssen ohne jede Einschränkung verboten und unter Strafe gestellt werden.
- Deserteure aus den Kriegsgebieten müssen in Deutschland Schutz und rechtliche Anerkennung finden.(28)
Diese Erklärung steht durchaus im Kontext historischer Erfahrungen und sollte auch zehn Jahre später Kern unseres Programms sein.
Autor:
Prof. Dr. sc. Horst Schneider, Dresden.
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Anmerkungen:
(1) Siehe F. Taylor, Dresden, Dienstag, 13. Februar 1945, Militärische Logik oder blanker Terror?, München 2004.
(2) Siehe J. Friedrich, Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940 - 1945, München 2002.
(3) Siehe G. Bergander, Dresden im Luftkrieg 1940 - 1945, München 2002.
(4) Siehe F. Korowski, Bomben über Dresden, Wien 2001.
(5) Siehe R. Herzog, Wahrheit und Klarheit. Reden zur deutschen Geschichte, Hamburg 1995, S. 118 f.
(6) Siehe die Protokolle der Symposien, die als DSS-Arbeitspapiere erschienen sind.
(7) Siehe Dresden als Garnisonstadt, Dresdner Hefte, Nr. 53, Heft 01/1998.
(8) Siehe H. Rahne, Zur Geschichte der Dresdner Garnison 1933 - 1945, Dresdner Hefte, Nr. 35, Heft 03/1993, S. 66 f.; W. Welkerling, Die im Schatten sieht man doch, Dresdner Neueste Nachrichten vom 20.07.1944.
(9) Siehe H. P. Page, General Friedrich Olbricht, Ein Mann des 20. Juli, Bonn 1994.
(10) Siehe W. Weidauer, Inferno Dresden. Über Lügen und Legenden um die Aktion Donnerschlag, Berlin 1983, S. 11 f.
(11) Siehe A. Gore, Wege zum Gleichgewicht, Frankfurt a.M. 1994, S. 269.
(12) Siehe F. Taylor, Donnerschlag und Jalta ..., a.a.O.
(13) Ebenda, S. 212.
(14) Ebenda, S. 219.
(15) Ebenda, S. 22.
(16) Siehe R. von Weizsäcker, Rede am 8. Mai 1985.
(17) Siehe R. Herzog, a.a.O.
(18) Siehe H. Kohl, Mein Ziel bleibt die Einheit der Nation, in: Bilanzen und Perspektiven. Regierungspolitik 1989 - 1991, Bonn 1992, S. 359.
(19) Siehe Die Militärakademie in Dresden - Struktur und Auftrag, in: Dresden als Garnisonstadt, Dresdner Hefte, a.a.O., S. 77. In dieser Studie ist auch eine Aufstellung aller sowjetischen und NVA-Einheiten zu finden, die in Dresden vor 1989 stationiert waren.
(20) E. Neubert, Geschichte der Opposition in der DDR, Bonn 1997, S. 471 f.
(21) Siehe P. Oestreich, Dresden - Coventry. Eine Partnerschaft des Erlittenen, Dresdner Hefte, Nr.70, S. 74 f.
(22) Ebenda S. 70.
(23) Siehe H. Schneider, Der Krieg ist kein Gesetz der Natur und der Frieden ist kein Geschenk, Stuttgart Ende Mai 1999.
(24) Faksimile des Briefes H. Schneider, D. Wehnert, Aktion Donnerschlag fünfzig Jahre später, in: Schriftenreihe der PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag 02/1995, S. 42, 43.
(25) Siehe Sächsische Zeitung vom 26.05.1999.
(26) Siehe R. Pommerin, Dresden 1997 - Die Bedeutung einer Garnison, in: Dresden als Garnisonstadt, a.a.O., S. 83 f.
(27) F. Kurowski, Bomben über Dresden, a.a.O., S. 1.
(28) Aufruf vom 27. Januar 1995.