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Dresdener Studiengemeinschaft SICHERHEITSPOLITIK  e.V.  (DSS)




Günter   L e h m a n n

Notizen beim nachholenden Studium zur Geschichte
der russisch/sowjetisch-deutschen Militärbeziehungen.


Der Zeitraum vom Ende des I. Weltkrieges
bis zum Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion


I n h a l t s ü b e r s i c h t

Titel     Der Zeitraum vom Ende des I. Weltkrieges bis 1933
Der Zeitraum von 1934 bis zum Beginn des II. Weltkrieges.       Stalin enthauptet die Rote Armee. - Der Prozeß gegen Marschall Tuchatschewski und andere Mitglieder der militärischen Führung der UdSSR.
1939 bis zum Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Der Hitler-Stalin-Pakt


<Verwendete Literatur>






Günter   L e h m a n n

Notizen beim nachholenden Studium
zur Geschichte der russisch/sowjetisch-deutschen Militärbeziehungen.


Der Zeitraum vom Ende des I. Weltkrieges
bis zum Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion

<Inhaltsübersicht>


Der Zeitraum vom Ende des I. Weltkrieges bis 1933

Eigentlich liegt ein Teil der Verantwortung für die Machtergreifung der russischen Bolschewiki im Jahre 1917 beim kaiserlichen Deutschland: Wie heute aus den Archiv-Dokumenten des deutschen Außenministeriums offengelegt wurde, unterstützte das kaiserliche Deutschland die bolschewistische Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Rußlands seit dem Jahre 1915 mit Millionenbeträgen. Der Transfer des Geldes erfolgt über Scheinfirmen und Mittelsmänner in den skandinavischen Ländern und Finnland. Ziel der Unterstützung war die Destabilisierung des Kriegsgegners im Osten.

Am 8. März 1917, kurz nach Ausbruch der Februarrevolution in Rußland, verläßt Lenin mit weiteren 30 russischen Emigranten Zürich, um mit der Eisenbahn, über Deutschland und Schweden, in das von der Revolution geschüttelte Rußland zu reisen. Die Initiative, Organisation und Finanzierung der Reise erfolgte durch die deutsche Regierung auf Vorschlag des Generalstabes. Zusätzlich soll es noch finanzielle Unterstützung für die propagandistische Arbeit der Partei in der Parteizeitung "Prawda" gegeben haben. Deutschland verfolgte mit dem Transfer von 30 kommunistischen Emigranten das Ziel, Rußland durch weiteres Anheizen der revolutionären Ereignisse im Inneren zu schwächen und damit zum Ausscheiden aus dem I. Weltkrieg zu veranlassen. Das Ausscheiden hätte für Deutschland die Beendigung des Zweifronten-Krieges bedeutet und sollte so die Voraussetzung schaffen, einen Sieg über den Hauptfeind im Westen doch noch zu sichern. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Es kam nicht zu dem erhofften schnellen Zusammenbruch der Front im Osten. Statt dessen ergriffen die von Lenin angeführten Bolschewiki im Oktober 1917 die Macht in Petersburg.

Auf Initiative der Räteregierung unter Lenin kommt es am 15.12.1917 in Brest-Litovsk zu einem Waffenstillstand zwischen Rußland und Deutschland. Bei den am 22.12.1917 beginnenden Friedensverhandlungen kommt es jedoch zu keiner Einigung. Dem Vorschlag Lenins für einen Frieden ohne Annexion und Kontribution standen harte Bedingungen von deutscher Seite gegenüber, so u.a. die Abtrennung der Ukraine und des Baltikums und umfangreiche Reparationsleistungen an Lebensmitteln und Rohstoffen, um den Sieg im Westen ökonomisch zu sichern. Obwohl Lenin persönlich für den Abschluß des Friedensvertrages eintritt, um die militärisch bedrohte Revolution zu retten, kommt es, auf Grund von Differenzen in seiner Regierung und Partei zu dieser Frage, zu keinem Friedensvertrag. Da beginnt die deutsche Armee am 18.02.1918 mit der militärischen Intervention gegen die Sowjetmacht. Sie führt die deutschen Truppen bis zur Linie Narva, Pskow und Charkow. Eine militärische Auseinandersetzung zwischen deutschen Truppen und Einheiten der Roten Garde am 23.02.1918 bei Narva wird später zum Gründungstag der Roten Armee. Außerdem stoßen deutsche Truppen auf die Krim, in den Kaukasus und nach Finnland vor. Dieser Vorstoß ist eine der Voraussetzungen für die Niederlage der Revolution im Baltikum (Lettland, Estland, Litauen) und Finnland und die Herausbildung souveräner Staaten in diesen russischen Provinzen. Polen war bereits am 05.11.1916 von den Monarchen Deutschlands und Österreich-Ungarns als selbständiges Königreich proklamiert worden, und auch die Ukraine erhielt mit deutscher Militärhilfe und diplomatischer Unterstützung der Alliierten für einen kurzen Zeitraum (Bürgerkrieg) eine relative Selbständigkeit. Um die Sowjetmacht zu erhalten, unterzeichnet die Sowjetregierung am 03.03.1918 den von Deutschland diktierten Friedensvertrag. Der erwartete Effekt auf die Front im Westen bleibt jedoch aus.

Bei der Aufstellung der Roten Armee durch die Sowjetregierung wurde auch unter den deutschen Kriegsgefangenen geworben. Es gibt Angaben, daß bis zu 6.000 Deutsche während des Bürgerkrieges und der ausländischen Intervention in der Roten Armee dienten. So gab es im Bestand der Südfront das 1. Deutsche Freiwilligenregiment. In den Reihen des 1. Zarizyner Kommunistischen Bataillons und in anderen Einheiten gab es Gruppen ehemaliger deutscher Soldaten. Als 1920 der Bürgerkrieg beendet war, kehrte die Masse von ihnen nach Deutschland zurück. Ein Beispiel dafür ist der ehemalige Westberliner Oberbürgermeister Ernst Reuter. Lenin persönlich ernannte diesen revolutionären Kriegsgefangenen zum Beauftragten der Sowjetregierung bei der neu gegründeten deutschen Sowjetrepublik an der Wolga. Reuter kam Anfang der 20er Jahre nach Deutschland zurück. Nach einer kurzen Episode in der KPD wechselte er zur SPD über. Die Zeit des Faschismus überlebte er als Hochschullehrer in der Türkei.

Außerdem beteiligten sich in Deutschland die Linken an der internationalen Bewegung "Hände weg von Sowjetrußland!" So wurde verhindert, daß über Deutschland Waffen an die Interventionstruppen geliefert wurden.

Die weiteren sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden durch die Niederlage Deutschlands im I. Weltkrieg und den Friedensvertrag von Versailles (28.06.1919) bestimmt. Bereits der Waffenstillstand von Compiegne an der Westfront (11.11.1918) forderte von Deutschland nicht die sofortige Räumung der Ostgebiete von deutschen Truppen, und damit zog sich deren Abzug bis Ende 1919 hin. Die Westmächte betrachteten ihre Anwesenheit als willkommenes Gegengewicht zur Roten Armee. Der Vertrag von Versailles ermöglichte es jedoch Sowjet-Rußland, den Friedensvertrag von Brest-Litovsk zu annullieren. Durch Versailles wurde die militärische Macht Deutschlands stark eingeschränkt. Die Beschränkungen bestanden in der Auflösung des Generalstabes, in der Abschaffung der Wehrpflicht, im Verbot der Vorbereitung von Mobilmachungsmaßnahmen, in der Begrenzung der Reichswehr auf 100.000 und der Marine auf 15.000 Mann, im Verbot des Besitzes von schwerer Artillerie, Panzern, U-Booten, Luftstreitkräften und chemischen Waffen. Sowohl Sowjetrußland als auch Deutschland befanden sich in einer Isolierung von Seiten der westlichen Siegermächte des ersten Weltkrieges.

In dieser Lage forderte General von Seeckt, Vorsitzender der Volkskommission Friedensheer, bereits 1920 ein Anknüpfen an die Bismarcksche Ostpolitik. Hilfe beim Aufbau einer neuen Wehrmacht sei nicht von den Siegern, sondern nur vom bolschewistischen Rußland zu erwarten. In einem Memorandum an den Reichspräsidenten schreibt Seeckt im Juli 1920:

"Rußland hat die Zukunft für sich. Es kann nicht untergehen, weil es auf seinem gewaltigen Landbesitz immer neue Kräfte gebiert. ... Rußland ist eine große breite Landbrücke von riesiger, grenzenloser Ausdehnung, eine gewaltige Masse, unerschöpflich an Menschen und Kräften, mit der alle seine Nachbarn rechnen müssen. Auch wenn es an seinen Grenzen Landeinbußen erleidet, auch wenn sich seine Staatsform radikal verändert, es bleibt Rußland, das sich nicht aus der Weltpolitik ausschalten läßt."

Später schreibt der deutsche Publizist Oswald Spengler dazu folgendes:

"Die Bevölkerung dieses gewaltigen Binnenlandes der Erde ist von außen unangreifbar. Die Weite ist eine Macht, politisch und militärisch, die noch nie überwunden worden ist; das hat schon Napoleon erfahren. Was soll es einem Feind nutzen, wenn er noch so große Gebiete besetzt? Um auch den Versuch dazu wirkungslos zu machen, haben die Bolschewisten den Schwerpunkt des Systems immer weiter nach Osten verlegt."

Im März 1921, nachdem Sowjet-Rußland den Krieg gegen Polen verloren hatte, wendet sich Lenin mit der Bitte nach Berlin, bei der Reorganisation der Roten Armee behilflich zu sein. Auch Trotzki, der Gründer der Roten Armee, tritt für eine Zusammenarbeit beider Armeen ein. In Berlin gründet General von Seeckt die Sondergruppe "R". Der Kontakt zwischen Moskau und Berlin wird über den in der bolschewistischen Führung tätigen ehemaligen deutschen Sozialdemokraten Karl Radek realisiert. Im September 1921 kommt es in Berlin zu Gesprächen über deutsche Hilfe beim Aufbau der russischen Rüstungsindustrie. Gegründet wird ein Privathandelskonzern mit Geschäftsstellen in Berlin und Moskau. Der Konzern erhält Finanzspritzen von der deutschen Reichsregierung. So erfolgte z.B. der Aufbau des Flugzeugwerkes No.1 in Moskau mit Unterstützung der deutschen Firma Junkers. Das Vorgehen beider Seiten wird natürlich durch unterschiedliche Interessen bestimmt. Das bolschewistische Rußland hofft immer noch auf die Revolution in den westlichen Industriestaaten, und Deutschland braucht Rußland zur Hintergehung der militärischen Begrenzungen durch den Versailler Vertrag.

Im April 1922 kommt es während der ersten Nachkriegskonferenz von Siegern und Besiegten in Genua auf Initiative der russischen Delegation zu Separatverhandlungen zwischen Deutschland und Rußland. Sie enden mit dem Vertrag von Rapallo. Die beiden Seiten erkennen sich gegenseitig an. Eine militärische Zusammenarbeit wird nicht vereinbart. Der Vertrag beendet die internationale Isolierung Sowjet-Rußlands und ist Ausgangspunkt für eine verstärkte, auch militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten. Am 11.09.1922 tritt General von Seeckt mit einem Memorandum über eine verstärkte Ost-Politik auf. Darin fordert er u.a. eine politische und militärische Stärkung Sowjet-Rußlands, um damit auch Deutschland zu stärken.

Im Sommer 1923 kommt der Chef der Roten Luftflotte, Alksnis, zu Verhandlungen mit den Generälen von Seeckt und von Schleicher nach Berlin. Abgeschlossen wird ein Vertrag über den Aufbau der russischen Rüstungsindustrie und die Herstellung von Kriegsmaterial für Deutschland. Außerdem schlägt von Schleicher eine umfassende militärische Zusammenarbeit auf folgenden Gebieten vor:

  • Austausch von Erkenntnissen über moderne Waffentechnik (Luftfahrt, Kampfgas und Panzer);
  • Bereitstellung von Unterlagen über Flugzeuge, Fahrzeuge und Panzer durch deutsche Firmen;
  • Erprobung und Nachbau von Flugzeugtypen und Fahrzeugen in Rußland;
  • Produktion von Munition für Deutschland;
  • Bereitstellung von Übungsgelände und Einrichtungen für deutsche Flieger-, Panzer- und Kampfgasausbildung in Rußland.

Als Gegenleistung fordert die russische Seite:

  • Durchführung von Generalstabsausbildung für Offiziere der Roten Armee,
  • Teilnahme von russischen Generalen und Offizieren an Planspielen und Manövern der Reichswehr.

1923 spielt Deutschland in den militärischen Überlegungen der Sowjetregierung und der in Moskau residierenden Komintern noch eine andere Rolle. Am 04.10.1923 faßt das Politbüro der Komintern einen Beschluß über einen bewaffneten Aufstand in Deutschland. Grundlage dieses Beschlusses war die offensichtlich falsche Einschätzung, in Deutschland herrsche eine revolutionäre Situation, welche die Machtergreifung durch die Arbeiterklasse, unter Führung der KPD, ermögliche. Diese angebliche revolutionsreife Situation war jedoch sehr widersprüchlich. Im Rheinland gab es Widerstand gegen die französischen Besatzungstruppen. In Bayern hatte die Reaktion gesiegt. In Sachsen und Thüringen kamen die Sozialisten an die Regierung, und am 12. August stürzte ein Streik der Berliner Arbeiter die Reichsregierung. Diese Vorgänge betrachtete man in Moskau als ein Signal für die Möglichkeit, die Revolution nach Westeuropa zu tragen. Das Vorgehen entsprach der Theorie Trotzkis und anderer Kommunisten, auch Lenin war nicht frei davon, von der permanenten Revolution. Die Revolution sollte den nationalen Rahmen sprengen, sich international ausbreiten und in die Weltrevolution hinüberwachsen. Bereits am 28.08.1923 erging ein Rundschreiben an die Parteiorganisationen der KPdSU mit einem Aufruf zur Hilfe für die deutschen Kommunisten. Getreidereserven wurden angelegt, deutschsprechende Balten, Ungarn und Polen erfaßt, und die Rote Armee erarbeitete einen Mobilmachungsplan zur Einberufung von 2,3 Mio. Reservisten. Die Sowjetunion bereitete sich also vor, einen Aufstand in Deutschland militärisch zu unterstützen. Und das geschah, obwohl Stalin damals sehr richtig erkannt hatte, daß eine solche militärische Unterstützung Krieg mit Polen, den baltischen Ländern, Frankreich und England bedeuten würde. Für die russischen Kommunisten war damals die deutsche Revolution das Hauptkettenglied für die Weltrevolution, für die man auch bereit war, einen Krieg zu riskieren. Dabei war der Bürgerkrieg gerade zwei Jahre beendet, und in Rußland herrschten Hunger und Elend. In der Partei der russischen Kommunisten diskutierte man die Thesen von Simonow und Trotzki über die "Vereinigten Staaten der Arbeiter- und Bauernrepubliken von Europa", die man nach weiteren erfolgreichen Revolutionen schaffen wollte.

Der Vorsitzende der KPD, Brandler, forderte in Moskau die Entsendung von Trotzki nach Deutschland, zur Übernahme der Führung des Aufstandes. Doch Trotzki lehnte ab. An seiner Stelle wurden der Deutsche Radek und andere Vertreter der Partei und der Roten Armee nach Deutschland entsandt. Kurz vor Beginn des Aufstandes bekam die Führung der KPD offensichtlich Angst vor diesem Unternehmen und setzte den bewaffneten Aufstand ab. Nur Hamburg erreichten die Kuriere der Parteiführung nicht rechtzeitig, und so kam es zum Hamburger Aufstand, einer isolierten Aktion der Hamburger Arbeiter in der Zeit vom 23.-26.10.1923, die mit Leichtigkeit niedergeschlagen wurde.

Inwieweit die im Sommer 1923 zwischen Vertretern der Roten Armee und der Führung der Reichswehr geführten Verhandlungen in diese Konzeption der Sowjetführung einzuordnen sind, ist schwer zu sagen, da Aussagen dazu in den Archiven bisher nicht gefunden wurden.

Anfang 1924 wird, als erste deutsche Ausbildungseinrichtung in der UdSSR, der Flugplatz Lipezk durch die Reichswehr übernommen. Ab Ende 1924 erfolgt dort die Jagdfliegerausbildung für deutsche Offiziere. Ab 1926 werden für Abiturienten Offizierslehrgänge durchgeführt. Ab 1928 kommen Beobachterlehrgänge hinzu. Dabei lagen die Lehrgangsstärken zwischen 140 und 240 Mann.

Im Frühjahr 1926 kommt es zum Abschluß eines Neutralitätsvertrages zwischen Deutschland und der UdSSR.
Im Dezember 1926 wird eine Vereinbarung über die Errichtung einer deutschen Gaskampfschule in Orenburg getroffen.
Als letztes folgte 1926 die Vereinbarung über einen Panzer-Erprobungsplatz südlich von Kasan.

Im August und September 1927 inspiziert der Chef des Truppenamtes der Reichswehr, General von Blomberg, alle drei Einrichtungen und nimmt an Manövern der Luft- und Landstreitkräfte der Roten Armee teil. In seinem schriftlichen Bericht bestätigt er die Absicht zur weiteren Freundschaft mit der Roten Armee.

Ende 1927 findet in Berlin der erste Generalstabslehrgang mit ranghohen Offizieren der Roten Armee statt. Dies wurde bis 1933 fortgesetzt.

Im September 1932 nahm der 1. Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung, Marschall Tuchatschewski, mit 11 weiteren hohen Offizieren an den Herbstmanövern der Reichswehr teil. Die Mitglieder der Delegation wurden von Reichspräsident Hindenburg persönlich begrüßt.

1932 kündigte Deutschland die Einstellung der Ausbildung an der Fliegerschule Lipezk an, nahm diese jedoch Anfang 1933 wieder zurück.

Nach der Machtübernahme durch Hitler war von beiden Seiten keine Änderung in den militärischen Beziehungen vorgesehen. Für Mai/Juni 1933 war wiederum die Teilnahme von Offizieren der Roten Armee an Reichswehrübungen geplant. Am 08.05.1933 führte der Chef des Heereswaffenamtes, General von Blomberg, Gespräche in Moskau. Dabei herrschte gegenseitige Übereinstimmung über die Fortsetzung der militärischen Zusammenarbeit.

Sofort nach diesen Gesprächen forderte die Regierung der UdSSR jedoch die Auflösung der drei Lehreinrichtungen und stellte die Generalstabsausbildung für Offiziere der Roten Armee ein. Dieser plötzliche Abbruch der militärischen Beziehungen war offensichtlich eine politische Entscheidung Stalins und stand im Widerspruch zu den Absichten zumindest eines Teils der Führung der Roten Armee. Noch im Oktober 1933 sagte Marschall Tuchatschewski zum deutschen Botschaftsrat von Twardowski:

"Die deutsche Reichswehr war der Lehrmeister der Roten Arme und das bleibt unvergessen. Vergessen Sie nicht, es ist die Politik die uns trennt, nicht unsere Gefühle, die Gefühle der Freundschaft der Roten Armee zur Reichswehr." Im historischen Rückblick stellen heute einige die Frage, ob das ein Angebot an die Reichswehr war, sich gemeinsam über die Politik Hitlers und Stalins hinwegzusetzen.


Der Zeitraum von 1934 bis zum Beginn des II.Weltkrieges.

Im Jahre 1934 ändert Marschall Tuchatschewski seine militärische Orientierung von Deutschland auf Frankreich. Grund für diesen Sinneswandel in der Führung der Roten Armee dürften folgende zwei Ereignisse gewesen sein:

1. Am 26. Januar 1934 schloß Hitler-Deutschland einen Nichtangriffspakt mit Polen, das in den Augen der sowjetischen Militärs ein Erzfeind der UdSSR war. Es war nicht vergessen, daß die Rote Armee 1921 den Krieg gegen Polen verloren hatte. (Die Truppen waren damals von Tuchatschewski kommandiert worden.)

2. Am 30.06.1934 beseitigt Hitler die "Linke" in der NSDAP, die Führung der SA unter Röhm, und weitere Gegner aus der Reichswehr und Politik. Stalin soll damals einen linken Putsch der SA mit der Möglichkeit der Machtübernahme durch die Kommunisten erwartet haben. Dieser Wunschtraum war ausgeträumt. Laut einer Aussage von Mikojan in den 50er Jahren soll Stalin bei Bekanntwerden der Ereignisse vom 30.06. gesagt haben: "Hitler, daß ist ein Kerl, der zeigt wie man mit seinen Feinden umgeht". Es sollte nicht lange dauern und er übertraf Hitler noch, und dies nicht nur im Umgang mit seinen Feinden, sondern auch seinen Mitkämpfern. Im Zusammenhang mit dem Tuchatschewski-Prozeß 1937 soll sich Hitler ähnlich anerkennend über Stalin geäußert haben. Für Tuchatschewski wurde klar, daß von der Reichswehr kein Aufstand gegen Hitler zu erwarten war und sich Hitler-Deutschland in Zukunft, entsprechend den Aussagen von Hitler in seinem Buch: "Mein Kampf", militärisch auf einen Krieg mit der UdSSR orientieren wird.

Bereits im Januar 1935 orientiert sich Stalin außenpolitisch erneut auf Deutschland. In Berlin traf der neue Chef der sowjetischen Handelsvertretung, David Kandalaki, ein, der persönlich guten Kontakt zu Stalin hatte. Er sollte die Grundlagen einer erweiterten wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern schaffen.

Am 28.01.1935 trat Molotow auf dem VII. Sowjetkongreß mit folgender Aussage auf:

"Die faschistische Rassentheorie ist kein Hindernis für die Entwicklung der deutsch-sowjetischen Beziehungen. Die Sowjetunion hat keinen anderen Wunsch als gute Beziehungen zu Deutschland." Am 29.03.1935 äußert Stalin gegenüber dem britischen Außenminister Eden: "Wir bemühen uns nicht um die Isolierung Deutschlands, im Gegenteil, wir wollen ein freundschaftliches Verhältnis haben. Ein solch großes Volk wie die Deutschen muß die Versailler Fesseln sprengen". Bereits einige Tage vor dieser Aussage, am 16.03.1935, hatte Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt und den im Versailler Vertrag enthaltenen Rüstungsbeschränkungen eine Absage erteilt.

Am 31.03.1935 veröffentlicht die Zeitung der KPdSU, "Prawda", einen Artikel von Marschall Tuchatschewski über die militärische Aufrüstung Deutschlands. Darin belegte er die deutschen Ziele und Interessen mit Aussagen aus Hitlers Buch "Mein Kampf".

Am 09.04.1935 erfolgt der Abschluß eines deutsch-sowjetischen Kreditabkommens über 200 Mio. Mark, für welche die UdSSR Rüstungsgüter in Deutschland bestellt. Ab 1935 verdoppelt die UdSSR ihre Verteidigungsausgaben.

Am 5. Mai 1935 kommt es zur Unterzeichnung eines Abkommens über gegenseitigen Beistand zwischen Paris und Moskau. Am 16. Mai wird ein fast gleichlautender Vertrag zwischen Prag und Moskau unterzeichnet. Er enthält jedoch die Zusatzklausel, daß die Hilfeleistung nur wirksam wird, wenn Paris mit einbezogen ist. Beide Abkommen sind praktisch gegen Deutschland gerichtet.

Auch 1936 kommt es auf beiden Seiten zu Aussagen, die auf gute Beziehungen zwischen beiden Staaten abzielen. So äußerte Göring z.B.: "Die Zeit ist reif, freundschaftliche Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland auf der ganzen Linie, wirtschaftlich und politisch, in die Wege zu leiten." Stalin wird mit folgenden Worten zitiert: "Deutschland ist die stärkste Macht der Welt, und die UdSSR muß sich mit Deutschland vertragen."

Kühn spekuliert kann man zu der Feststellung kommen, daß es in der nach außen orientierten Militär- und Sicherheitspolitik der UdSSR 1936/37 zwei Linien gab. Die Orientierung der politischen Führung (Stalin, Molotow und Woroschilow) auf Deutschland und die der militärischen Führung (Tuchatschewski, Jakir, Uborewitsch u.a.) auf Frankreich und Großbritannien. Das war offensichtlich der Ausgangspunkt einer der gerissensten Intrigen, die vom sowjetischen und deutschen Geheimdienst inszeniert wurde und zur "Enthauptung" der Roten Armee und physischen Vernichtung eines Großteils ihres Kommandeursbestandes führte.


Stalin enthauptet die Rote Armee. - Der Prozeß gegen Marschall Tuchatschewski und andere Mitglieder der militärischen Führung der UdSSR.

Marschall Tuchatschewski entstammte einer russischen Adelsfamilie und trat in die zaristische Armee ein. Im ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant an der deutschen Front. Er wurde von den deutschen Truppen gefangengenommen und verbrachte einige Zeit in mehreren deutschen Kriegsgefangenenlagern. Dort traf er auch auf französische Offiziere, u.a. den späteren Staatspräsidenten Charles de Gaulle. Dieser soll Tuchatschewski in Französisch unterrichtet haben. Mit ihrer Hilfe gelang ihm 1917 die Flucht. Der Fluchtweg führte ihn über Frankreich und Großbritannien in das von der Revolution geschüttelte Petersburg. Er schloß sich der im Aufbau befindlichen Roten Armee an und stand bald als Kommandierender an der Spitze der Westfront - im Krieg 1921 gegen Polen. Es war eine Ironie des Schicksals, daß er in diesem Krieg de Gaulle, der als Freiwilliger auf polnischer Seite kämpfte, als Feind gegenüber stand. Zu dieser Zeit kommt es zur ersten Auseinandersetzung mit Stalin, der als Kommissar der Südfront eine Umgruppierung von Truppen zur Westfront verhinderte und deshalb von Tuchatschewski für die Niederlage im Krieg gegen Polen verantwortlich gemacht wurde.

Tuchatschewski nahm einen steilen Aufstieg und wurde bald 1. Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung. In dieser Funktion tritt er vor allem für die vorrangige Entwicklung moderner, sprich: technischer Waffengattungen ein. Er entwickelt u.a. die Idee vom massierten Einsatz von Luftlandetruppen. Das bringt ihn auch in Widerspruch zu einem Teil der militärischen Führung (Woroschilow, Budjonny, Blücher u.a.), der nach wie vor auf die Kavallerie aus dem Bürgerkrieg setzt. Im Gegensatz zu den vorgenannten Haudegen aus dem Bürgerkrieg war Tuchatschewski ein vielseitig gebildeter Offizier mit Interesse für Musik, Literatur, Theater und Fremdsprachen (Französisch, Deutsch). Er hatte aber außerdem auch eine Schwäche für Geselligkeit und schöne Frauen. Letzteres wurde natürlich von der Bürgerkriegsgeneration nicht besonders gern gesehen. Er war also nicht die Idealfigur eines Kommunisten und bot damit von seiner Person her schon Ansatzpunkte für eine Intrige. Dazu kamen seine vielseitigen Kontakte zur deutschen Reichwehr aus der Zeit vor Hitler. Im Laufe des gegen ihn inszenierten Prozesses kam außerdem zur Sprache, daß er und die mit ihm sympathisierenden Offiziere von Stalin die Absetzung des Volkskommissars für Verteidigung, Marschall Woroschilow, wegen Unfähigkeit gefordert hatten.

Im Januar/Februar 1936 weilte Tuchatschewski im Bestand der sowjetischen Delegation zur Beerdigung des britischen Königs Georg V. in London. Die Rückreise führte ihn über Paris und Berlin. Während es in Berlin zu keinerlei Kontakten mit führenden Persönlichkeiten kam, führte er in London und Paris Gespräche mit Politikern und Militärs vor allem über eine militärische Zusammenarbeit gegen Hitler-Deutschland. In London zeigte er vor Offizieren des Generalstabes einen Film über den Einsatz von Luftlandetruppen. In den Gesprächen wirbt er sogar für einen Präventivschlag gegen Deutschland. Er nennt seinen Gesprächspartnern geheime Zahlen über die vorgesehene militärische Unterstützung der Tschechei und informiert über Pläne für den Einsatz von Luftlandetruppen in der Tschechei und in Ostpreußen(!). Weder in London noch in Paris betrachtet man jedoch Deutschland als einen ernst zu nehmenden Gegner.

Im Spätherbst 1936 kommt es in Paris zu einem Treffen des Stellvertretenden Leiters der Auslandsabteilung des NKWD (Geheimdienst), Shpigelglas, mit einem seiner Agenten. Der Agent ist der nach dem Bürgerkrieg nach Paris emigrierte ehemalige Kommandeur der berüchtigten Kornilow-Division, General Skoblin. Skoblin war dem NKWD von seiner Frau, einer bekannten russischen Sängerin, zugeführt worden, die bereits im Bürgerkrieg Aufträge für diese Institution erfüllte. In Paris war Skoblin in der Führung des Russischen Allgemeinen Frontkämpferbundes (ROVS), einer Organisation von Emigranten aus der zaristischen Armee tätig und bereits auch von Heidrichs Sicherheitsdienst (SD) angeworben worden. Bei diesem Treffen übergibt Shpigelglas an Skoblin Informationen über eine angebliche Verschwörergruppe unter der Leitung von Tuchatschewski innerhalb der Roten Armee. Ziel sei ein Anschlag auf Stalin und die Machtübernahme durch das Militär. Die Informationen waren für den SD bestimmt. Der Plan gelingt. Heidrich sieht die einmalige Möglichkeit die Rote Armee zu enthaupten. Unter Ausnutzung von Dokumenten aus der Zusammenarbeit mit der Reichswehr mit Originalunterschriften von Tuchatschewski, werden gefälschte Dokument über eine solche Verschwörung vom SD hergestellt und diese über einen tschechischen Verbindungsmann in Berlin dem tschechischen Präsidenten Benes zugespielt.

Am 09.04.1937 informiert der Chef der Militäraufklärung der Roten Armee, Uritzki, Stalin über Gerüchte in Berlin, in der Roten Armee gäbe es eine Verschwörergruppe gegen die sowjetische Führung. Kurze Zeit später gibt es eine ähnliche Meldung von Seiten des NKWD aus Paris.

Am 26. 04. 1937 hat Präsident Benes ein Gespräch mit dem sowjetischen Gesandten in Prag mit ähnlichem Inhalt, und am 7. Mai übergibt er diesem eine Mappe mit den vom deutschen Geheimdienst gefälschten Dokumenten.
Am 11.Mai 1937 informiert die sowjetische Presse über die Wiedereinführung der Institution der Kriegskommissare und Umbesetzungen in der Führungsspitze der Roten Armee. Tuchatschewski wurde als 1. Stellvertreter des Volkskommissars für Verteidigung abgesetzt und zum Befehlshaber des bedeutungslosen Wolga-Militärbezirks ernannt. Ähnlich erging es anderen Kommandeuren.

Bereits am 11. Mai erfolgt mit dem Chef der Frunse-Militärakademie, Kork, die erste Verhaftung. Es folgen am 22. Mai der Chef der freiwilligen Verteidigungsorganisation, Eidmann, am 25. Mai der Chef Kader, Feldmann, am 26. Mai Tuchatschewski, am 29. Mai der Chef des Militärbezirkes Weißrußland, Uborewitsch und der des Militärbezirkes der Ukraine, Jakir, und am 31. Mai der Politchef der Roten Armee, Gamarnik. Letzterer erschoß sich während der Verhaftung.

Am 24. Mai behandelte das Politbüro der KPdSU auf einer Tagung die vorgelegten gefälschten Dokumente. Sie verwiesen auf einen Militärputsch in Zusammenarbeit mit dem deutschen Generalstab und der Gestapo, mit dem Ziel einer antirevolutionären, antikommunistischen und antisowjetischen Politik. Schwerpunkt der Verschwörung sei eine vertraglich verankerte enge Zusammenarbeit mit Hitler-Deutschland. Vorgesehen wären sogar Gebietsabtrennungen, z.B. der Ukraine. Stalin würdigte die Verdienste von Benes bei der Entlarvung dieser "Verschwörung". In der Verhandlung des Militärgerichtes gegen Tuchatschewski und seine Mitangeklagten sollen die gefälschten Dokumente jedoch überhaupt keine Rolle gespielt haben. Das Gericht benutzte für die Anklage die Aussagen des Chefs des Leningrader Militärbezirkes und des Militärattaches in London, die schon ein dreiviertel Jahr in Haft waren und vom NKWD zu Aussagen gepreßt wurden. Der Schlag gegen die Führung der Roten Armee war bereits von langer Hand vorbereitet und basierte keinesfalls auf den gefälschten Dokumenten. Diese dienten nur der Vorspiegelung einer gewissen Glaubwürdigkeit für die Anschuldigungen vor der öffentlichkeit.

Am 01.06.1937 gab es eine Tagung des Politbüros der KPdSU mit 120 Kommandeuren und Kommissaren der Roten Armee. Sie diente als Auftakt für eine breit angelegte Kampagne zur Selbstentlarvung, Entlarvung und Denunziation, die in eine Massenvernichtung des Kommandeursbestandes überging.

Am 11. Juni 1937 wurden Marschall Tuchatschewski und 7 der Mitangeklagten im Hofe der Lubljanka erschossen. In den wenigen Tagen der Haft soll Tuchatschewski noch eine militärstrategische Studie geschrieben haben, in der er vorhersagte, daß Hitler spätestens im Frühjahr 1941 die UdSSR mit 200 Divisionen überfallen wird. Aber auch die Richter des Prozesses überlebten dieses Ereignis nicht lange. Bis auf zwei, Marschall Budjonny und Marschall Schaposchnikow, fielen auch sie den Stalinschen Säuberungen in der Roten Armee zum Opfer. Im Ergebnis dieser einmaligen Provokation wurden durch das NKWD vernichtet: drei von fünf Marschällen, 13 von 15 Armeegenerälen, 62 von 85 Korps-Kommandeuren, 110 von 195 Divisions-Kommandeuren, 220 von 406 Brigade-Kommandeuren. Verhaftet wurden 6000 Offiziere vom Oberst aufwärts, davon wurden 1500 hingerichtet. Die Gesamtzahl der bei dieser Kampagne ermordeten Offiziere soll über 30.000 betragen haben. So enthauptete Stalin mit der mittelbaren Hilfe Hitlers die Rote Armee.

Auf den im März 1938 erfolgten Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich und den Anschluß dieses Staates an Deutschland findet man keine sowjetische Reaktion. Die UdSSR betrachtete diesen Schritt als legitim, da dieser Staat der deutschen Interessensphäre zugeordnet wurde.

Als die vier Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien am 29.09.1938 das Münchener Abkommen unterzeichneten, mit dem der Weg zur Annexion eines Teils der Tschechoslowakei für Hitler frei gemacht wurde, gab es in der deutschen Führung eine gewisse Angst vor Reaktionen der UdSSR. Es existierte ja ein Beistandspakt zwischen diesen beiden Staaten. Dieser trat jedoch nur in Kraft, wenn auch Frankreich im Interesse der Tschechoslowakei aktiv würde. Da Frankreich zu den Unterzeichnern des Münchner Abkommens gehörte und den Beistandspakt mit der Tschechoslowakei annulierte, entfiel diese Voraussetzung für ein Eingreifen der UdSSR. Trotzdem war die UdSSR zum Eingreifen vorbereitet. Noch am 20.09. bekräftigte die UdSSR in einer Note an den Präsidenten Benes diese Bereitschaft. Es wurden außerdem militärische Maßnahmen eingeleitet. Der Kiewer Militärbezirk bildete eine spezielle Gruppierung, und der Belorussische Militärbezirk begann mit Truppenverlegungen. Die Entlassungen nach Abschluß der Wehrpflicht wurden eingestellt, und es erfolgte eine Teilmobilmachung von 70 Divisionen. Auf deutscher Seite versicherte sich Göring in einem Gespräch mit dem polnischen Außenminister Beck, daß Polen ein Überfliegen polnischen Territoriums oder einen Durchmarsch sowjetischer Truppen zur militärischen Unterstützung der Tschechoslowakei nicht erlauben würde. Der Hilferuf aus Prag blieb jedoch aus.


1939 bis zum Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion

Der Hitler-Stalin-Pakt

Ab dem Herbst 1938 bereitet Hitler-Deutschland auf diplomatischem Wege eine weitere Annäherung an die UdSSR vor. Ende Juli / Anfang August wird auf diplomatischem Wege die Idee einer Reanimierung des Vertrages über Neutralität von 1926 und der Abschluß eines Nichtangriffspaktes sowie die Abgrenzung der sowjetisch-deutschen Interessen von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer an die UdSSR herangetragen. Da dieser Vorstoß ohne Reaktion blieb, wandte sich Hitler am 20.08.1939 mit einem Brief an Stalin mit dem Vorschlag, Außenminister Ribbentrop am 22.08. zu Verhandlungen nach Moskau zu entsenden. Stalin ging auf dieses Angebot ein.

Anfang August begannen außerdem die Verhandlungen zwischen den Militärdelegationen der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs. Ziel der UdSSR war dabei der Abschluß eines Militärabkommens dieser drei Länder. In der Verhandlungsdirektive der UdSSR vom 04.08. wurde Deutschland als der Hauptaggressor bezeichnet. Sie enthielt außerdem konkrete Kräfteberechnungen über ein gemeinsames Vorgehen nach fünf Varianten. Als dieses Dokument bei den westlichen Verhandlungspartnern auf keine Gegenliebe stieß, legte die UdSSR einen zweiten Entwurf vor. Er enthielt den Abschluß eines Abkommens über 5-10 Jahre mit militärischen Verpflichtungen. Bei einer Aggression gegen einen beliebigen, namentlich genannten Staat verpflichteten sich die drei Länder zur militärischen Hilfeleistung. In Erwartung einer Antwort der westlichen Regierungen wurde die Fortsetzung der Verhandlungen bis zum 23.08. verschoben. Zu einer Fortsetzung kam es auf Grund der deutsch-sowjetischen Verhandlungen dann jedoch nicht mehr.

Am 23.08.1939 verhandelte der deutsche Außenminister, Ribbentrop, in Moskau, und es kam zur Unterzeichnung des Nichtangriffsvertrages zwischen Deutschland und der UdSSR (auch Hitler-Stalin- oder Ribbentrop-Molotow-Pakt genannt) mit folgendem Inhalt:

  • Verzicht auf Gewalt und Aggression einzeln und im Bündnis mit anderen;
  • keine Unterstützung Dritter beim Angriff auf eine Seite;
  • Konsultationen zu gemeinsamen Interessen;
  • keine Beteiligung an Mächtegruppierungen gegen die andere Seite;
  • Klärung von Streitigkeiten durch Meinungsaustausch und Schlichtungskommissionen;
  • Vertragsdauer: 10 Jahre (Verlängerung um weitere 5 Jahre möglich);
  • Inkrafttreten mit Unterzeichnung.
Ein geheimes Zusatzprotokoll sah vor:
  • Abgrenzung der Interessensphären; Finnland, Estland und Lettland gehören zur Interessensphäre der UdSSR;
  • Festlegung der Grenzziehung entlang der nördlichen Grenze Litauens und in Polen entlang der Flüsse Narew, Weichsel und San;
  • die Erhaltung eines unabhängigen polnischen Staates werde in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung geklärt;
  • Bessarabien wird der deutschen Interessensphäre zugerechnet.
Mit diesem Vertrag sanktionierte die UdSSR praktisch den bevorstehenden deutschen Überfall auf Polen und garantierte, daß es für Deutschland im Jahre 1939 nicht zu einem Zwei-Fronten-Krieg kam.

Mit dem Überfall auf Polen am 01.09.1939 durch die deutsche Wehrmacht verletzt die UdSSR den Nichtangriffspakt mit Polen aus dem Jahre 1932 zu Gunsten Deutschlands wie folgt:
  • Die Rote Armee stellt im Raum Minsk Funkleitstellen für deutsche Flugzeuge, die Angriffe auf Polen flogen, zur Verfügung. Göring dankt Woroschilow persönlich für diese Hilfe, verbunden mit einem Flugzeug als Geschenk.
  • Am 08.09. empfing der sowjetische Außenminister Molotow den polnischen Botschafter und teilte ihm mit, daß die UdSSR keine Transporte von Kriegsmaterial für die polnische Armee über ihr Territorium zuläßt.
  • Am 17.09.1939 erfolgte der Einmarsch der Roten Armee in Polen und ihr Vorrücken bis zu der im Vertrag vom 23.08. vereinbarten Linie.

Am 19.09. erscheint ein sowjetisch-deutsches Kommunique über die Aufgaben der sowjetischen und deutschen Truppen bei der Herstellung von "Ruhe und Ordnung" im zerfallenen polnischen Staat. Am 20.09. kommt es zu sowjetisch-deutschen Militärgesprächen über die Bekämpfung von "polnischen Banden" in beiden besetzten Gebieten. Am 22.09.gibt es in Brest-Litovsk eine gemeinsame Parade der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee.

Die vertraglichen Übereinkommen zwischen beiden Staaten gehen aber noch weiter. Am 28.09.1939 kommt es zur Unterzeichnung des sogenannten deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages mit folgendem Inhalt:

  • die Sicherung von Ruhe und Ordnung im auseinandergefallenen polnischen Staat;
  • die Grenzziehung zwischen beiden Seiten lt. Zusatzprotokoll und Karte;
  • die Anerkennung dieser Grenze und die Ablehnung der Einmischung Dritter gegen diese Grenzziehung;
  • die Übernahme staatlicher Neuregelungen durch beide Seiten auf ihrem Gebiet;
  • die Regelungen werden als Grundlage der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Völkern bezeichnet.
Geheimes Zusatzprotokoll:
  • das Zusatzprotokoll vom 23.08. wird so geändert, daß Litauen zur Interessensphäre der UdSSR fällt;
  • die Woiwodschaft Lublin und Teile der Woiwodschaft Warschau fallen an Deutschland;
  • polnische Agitation, die auf die andere Seite hinüberwirkt, wird unterbunden.
Inkrafttreten mit Unterzeichnung.

Was waren die Hintergründe dieser vertraglichen Regelungen? Für Hitler war es die Vermeidung einer zweiten Front im Osten vor dem als nächstes anstehenden militärischen Angriff im Westen auf Frankreich. Daß dieses "Bündnis" nur zeitweiligen Charakter hatte, erklärte Hitler am 23. November 1939 in einer Rede vor der Wehrmachtsführung. Er führte aus, die UdSSR sei ein durch innere Prozesse geschwächter Staat, der keine ernsthafte militärische Gefahr für Deutschland darstelle. Die Verträge seien lediglich eine Rückversicherung und nur so lange gültig, wie die Rote Armee ohne Wert sei. Man könne und wolle Rußland militärisch nur entgegentreten, wenn man im Westen freie Hand habe. ...

Die freie Hand im Osten erlaubte Deutschland 1940 die Besetzung von Dänemark und Norwegen und den erfolgreichen überfall auf Belgien, die Niederlande und Frankreich.

Für die UdSSR war die Verteilung der Interessensphären ein lukratives Angebot. Wie die weitere Entwicklung zeigte, versetzte es sie in die Lage, sich die nach der Oktoberrevolution in die Unabhängigkeit entlassenen baltischen Staaten wieder einzuverleiben und das seit Jahrhunderten gehaßte Polen erneut als Staat zu beseitigen.

In dieser Zeit offenbarte Stalin seine wahre Haltung zum Faschismus. Die in der UdSSR erscheinende antifaschistische "Deutsche Zeitung" wurde verboten. Auch andere antifaschistische Agitation wird untersagt. Den Gipfel dieser Kumpanei mit den Faschisten stellt jedoch das im Jahre 1940 zwischen Deutschland und der UdSSR abgeschlossene Repatriierungsabkommen von Deutschen aus der UdSSR dar. Auf der Grundlage dieses Abkommens lieferte Stalin einen Teil der in der UdSSR befindlichen kommunistischen deutschen Emigranten - darunter vor allem die Angehörigen der bei den stalinschen Säuberungen vernichteten deutschen Kommunisten - an Hitler aus. Sie wanderten aus den stalinschen Lagern in die deutschen KZ. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Frau des langjährigen Stellvertreters von Ernst Thälmann, Heinz Neumann. Er wurde 1937 in Moskau verhaftet und hingerichtet. Seine Frau kam in ein Lager. 1940 wurde sie an Deutschland übergeben und kam ins KZ Ravensbrück, aus dem sie im Mai 1945 befreit wurde.

Wie man in der Führung der UdSSR zu dieser Zeit Hitler-Deutschland einschätzte, offenbarte Molotow in seiner Rede vor dem Obersten Sowjet am 31.10.1940. Er beschreibt Deutschland als einen nach Frieden strebenden Staat und erklärt, einen Krieg zur Vernichtung des Hitlerismus zu führen sei verbrecherisch. Wörtlich sagte Molotow:

" ... es haben sich die freundschaftlichen Beziehungen gefestigt, es entwickelt sich die praktische Zusammenarbeit und die politische Unterstützung für Deutschland bei dessen Streben nach Frieden".

Im Jahre 1940 untermauert Stalin den Abschluß des Paktes mit Hitlerdeutschland auch politisch. Er läßt zwei Publikationen veröffentlichen - Bismarcks "Erinnerungen und Gedanken" und die Broschüre des sowjetischen Historikers Jerusalimski "Bismarck als Diplomat". Beide Bücher wurden in allen zentralen sowjetischen Zeitschriften rezensiert und trugen dazu bei, die Illusion zu festigen, daß Hitler die UdSSR nicht angreifen werde.

Die unterschiedlichen Haltungen Bismarcks und Hitlers zum Krieg lassen sich am besten in der Gegenüberstellung von zwei Aussprüchen ausdrücken.

Bismarck: "Wehe dem Staatsmann, der sich nicht nach einem Grund zum Krieg umsieht, der auch nach dem Krieg noch stichhaltig ist."

Hitler: "Ich werde mit dem letzten Bataillon auf den Trümmern der letzten deutschen Stadt untergehen."

Nachdem heute die Moskauer Archive, zumindest zum Teil, für die "Aufarbeitung" der Geschichte zur Verfügung stehen wurde ein Brief bekannt, den Thälmann nach Abschluß des Hitler-Stalin-Paktes aus den Gefängnis an Stalin geschrieben hatte. In diesem Brief brachte Thälmann seine Hoffnung zum Ausdruck, daß die UdSSR sich unter diesen neuen Bedingungen für seine Freilassung einsetzen wird. Dieser Brief Thälmanns erreicht Stalin, er blieb jedoch unbeantwortet. Es gibt außerdem in Publikationen Hinweise darauf, daß die im Thälmann-Film der DEFA gezeigte Episode über eine geplante, aber fehlgeschlagene Befreiungsaktion von Thälmann aus dem Gefängnis einen realen Hintergrund hatte. Das entscheidende Kettenglied dieser Aktion soll ein mit der KPD sympathisierender Gefängniswärter gewesen sein, der Selbstmord beging, als ihm mitgeteilt wurde, daß die Aktion von Moskau abgesetzt sei. Stalin konnte populäre kommunistische Persönlichkeiten an seiner Seite nicht gebrauchen.

Den Nichtangriffspakt vom 23.08.1939 hat man uns beim Studium der Geschichte des II. Weltkrieges und der Geschichte der KPdSU als einen "genialen" Stalinschen Schachzug dargestellt, der einzig und allein nur das Ziel hatte, Zeit zu gewinnen und die Rote Armee besser auf einen Krieg vorzubereiten. Den Grenzvertrag und die übrigen genannten Aktivitäten hat man uns bewußt verschwiegen. Die geheimen Zusatzprotokolle wurden bis 1991 verleugnet - auch in der Zeit von Gorbatschows Glasnost und auch durch Gorbatschow selbst.

Es gibt noch ein besonderes Verbrechen aus dieser Zeit, das über Jahrzehnte unaufgeklärt blieb. Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Polen fiel ihr ein Teil des polnischen Offizierskorps als Gefangene in die Hände. Ein großer Teil dieser Gefangenen wurde bei Katyn erschossen und in Massengräbern verscharrt. Dieses Verbrechen wurde später von sowjetischer Seite der deutschen Wehrmacht untergeschoben. Erst 1992 gab der russische Präsident Jelzin zu, daß die Ermordung der polnischen Offiziere durch das NKWD erfolgte.

Auf der Grundlage der oben genannten Aufteilung der Interessensphären schloß die UdSSR im September/Oktober 1939 Verträge über gegenseitigen Beistand mit den baltischen Staaten. Sie enthielten auch das Recht auf Stationierung sowjetischer Truppen in diesen Ländern. Im Juni 1940 beschuldigte die UdSSR die bürgerlichen Regierungen dieser Länder der Verletzung der Beistandsverträge. Es kommt zu Massendemonstrationen und zum Sturz dieser Regierungen. Nach Wahlen rufen die neuen Parlamente am 21.Juli 1940 Sowjetrepubliken aus und bitten um Aufnahme in die UdSSR. Damit ist auch im Baltikum die Grenze des zaristischen Rußland wiederhergestellt. Mit dem Vorrücken der Roten Armee in Polen und dem Anschluß der baltischen Staaten an die UdSSR wurde deren Staatsgrenze um mehr als 300 km nach Westen verschoben. Man fragt sich, was geworden wäre, wenn die deutsche Wehrmacht 1941 300 km weiter östlich zum Angriff auf die UdSSR angetreten wäre. ...

Es verblieb ein Staat, der ebenfalls zur Interessensphäre der UdSSR gerechnet wurde, bei dem jedoch das gegenüber den baltischen Saaten angewandte Verfahren der UdSSR zur Wiedereingliederung nicht aufging, und das war Finnland. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde Finnland von der sowjetischen Führung als ein Sicherheitsrisiko für die UdSSR eingeschätzt.

Sowohl Deutschland als auch die UdSSR verstärkten 1938/1939 ihre Anstrengungen zur Einflußnahme auf Finnland. So besuchten z.B. der Chef des deutschen Generalstabes, Halder, und der Chef des militärischen Geheimdienstes, Admiral Kanaris, 1939 die finnischen Streitkräfte. Wie die baltischen Staaten erhielt auch Finnland im Oktober 1939 eine Einladung nach Moskau zu Verhandlungen über einen Beistandspakt. Finnland ging jedoch auf die Forderungen der UdSSR nicht ein. Das Hauptargument war, daß ein militärischer Beistand unvereinbar mit skandinavischer Neutralität sei. Da setzte die UdSSR auf eine militärische Lösung. Am 25.11.1939 provozierte sie mit einigen Artillerieschüssen, die Finnland unterstellt wurden, bei Mainila, auf der Karelischen Landenge, eine Situation, die zum militärischen Angriff der Roten Armee auf Finnland führte. Der erste Angriff brachte der UdSSR nicht den gewünschten Erfolg. Man hatte hohe Verluste, und erst nach einer Umgruppierung und Verstärkung der Kräfte der Roten Armee gelang es, die Finnen auf der Karelischen Landenge zurückzudrängen. Durch die Vermittlung Schwedens kam es Anfang März zum Waffenstillstand und am 12.03.1939 zum Friedensvertrag. Finnland verlor zwar die Karelische Landenge und einige andere Gebiete an die UdSSR, wahrte jedoch seine Souveränität. Die Wiedereingliederung in die UdSSR schlug fehl. Dieser sogenannte "Winterkrieg" war eine sehr peinliche Angelegenheit für die Rote Armee und wurde, wie so vieles andere, bis in die 90iger Jahre kaum erwähnt. Die katastrophalen Verluste der Roten Armee im Winterkrieg führten auch zur Ablösung von Woroschilow als Volkskommissar für Verteidigung. Während des Winterkrieges gehörte die internationale Sympathie und Unterstützung Finnland. Der Krieg führte außerdem zur internationalen Isolierung der UdSSR, sie wurde aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Nur der langjährige Freund Finnlands, Deutschland, machte eine Ausnahme. Die deutsche Presse unterstützte die "legitimen Forderungen" der UdSSR. Schiffsladungen mit Waffen aus Ungarn und Italien wurden von Deutschland aufgehalten und zurückgesandt; Deutschland versorgte die U-Boote der UdSSR, die in der Ostsee gegen Finnland operierten, finnische Bitten um Vermittlung in diesen Konflikt wurden zurückgewiesen. Trotzdem machte der Winterkrieg Finnland faktisch zum Verbündeten des faschistischen Deutschland für den Angriff auf die UdSSR. Bereits nach dem Überfall auf Norwegen gewährte Finnland den deutschen Truppen die Durchfahrt nach Nord-Norwegen. Ende 1940 erfolgte die Einordnung der finnischen Truppen in den Plan "Barbarossa". Ab März 1941 rekrutierte Deutschland in Finnland Freiwillige für die Waffen-SS. Am 25. und 26. Mai koordinierten beide Generalstäbe in Berlin ihr Vorgehen. Bereits am 17. Juni 1941 löste Finnland die Mobilmachung für seine Streitkräfte aus. In seinem Tagesbefehl vom 22.06.1941 konnte Hitler verkünden, daß Deutschland "im Bunde" mit Finnland den Angriff auf die UdSSR begonnen habe. Mit diesem "Fortsetzungskrieg" holte Finnland seine verlorenen Gebiete zurück, jedoch nur für die Dauer des Krieges. Finnlands Kampf an der Seite Deutschlands führte nach 1945 zum endgültigen Verlust der bereits 1940 an die UdSSR verlorenen Gebiete.




Verwendete Literatur:
  • G. Schießer, J. Trauptmann: Russisch Roulette - Das deutsche Geld und die Oktoberrevolution, Verlag Das Neue Berlin 1998.
  • Manfred Zeidler: Reichswehr und Rote Armee (1920 - 1933) -- Stationen einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit, Oldenbourg Verlag München.
  • Rudolf Ströbinger: Stalin enthauptet die Rote Armee, Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1990.
  • Schauprozesse unter Stalin (1932 - 1952), Dietz Verlag, Berlin 1990 (Übersetzung aus dem Russischen).
  • Achim Bühl (Hrsg.): Der Hitler-Stalin-Pakt -- Die sowjetische Debatte, Verlag Pahl-Rugenstein, Köln 1989.
  • Sigrid Wegner-Korfes: Otto von Bismarck und Rußland, Dietz Verlag, Berlin 1990.
  • Dimitri Wolkogonow: Triumph und Tragödie -- Ein politisches Porträt Stalins, Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1990.
  • Utopie und Terror -- Ein politisches Porträt Lenins, Econ Verlag, Düsseldorf 1994.
  • Margarete Buber-Neumann: Von Potsdam nach Moskau, Ullstein Verlag, Frankfurt /M. 1990.
  • Babette Groß: Willi Münzenberg -- Eine politische Biographie, Forum Verlag, Leipzig 1991.
  • Wolfgang Leonhard: Die Revolution entläßt ihre Kinder, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1990.


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