Olaf Pestow: " K u r s k " -- Das Drama in der Barentssee (Teil 1)
© Sammlung Autor / Marinemuseum Murmansk

|
Olaf P e s t o w
Die " K u r s k " -- Das Drama in der Barentssee
Eine Reminiszenz
|
Anmerkung: Im deutschen Sprachgebrauch hat sich für große U-Boote mit strategischer oder taktischer Zweckbestimmung die Bezeichnung USchiff etabliert. Im weiteren wird für die "KURSK" und ihre Schwesterschiffe dieser Begriff verwendet. Es kommt das angelsächsische Transliterationssystem zur Anwendung.
Mitte August des Jahres 2000 liefen Meldungen und erste Vermutungen zum spektakulären Untergang des nukleargetriebenen USchiffes "KURSK" - eines der sensitivsten Waffensysteme Russlands - über die Nachrichtenkanäle der Welt. Trotz umgehend eingeleiteter Maßnahmen wurde schnell klar, dass eine Rettung der in über 100 m eingeschlossenen Marinesoldaten schwierig, ja in Anbetracht der Beschädigungen des Wracks fast unmöglich war. Dem mutigen Einsatz der Bergungskräfte ist es zu verdanken, dass erste Berichte über den Umfang der Katastrophe geliefert werden konnten. Der schmerzliche Verlust von 118 Offizieren und Mannschaften täuscht nicht darüber hinweg, dass letztlich Führungskräfte und Management in Militär und Politik im Endeffekt versagt haben. Weder über die Ursachen des Unglücks noch über die heraufziehenden Gefahren einer nuklearen Verschmutzung gab es seitens offizieller russischer Stellen bisher umfassende Informationen. Man hüllt sich, wie man dieses durchaus auch aus Militärkreisen anderer Hemisphären kennt, in Schweigen.
Die Bergung der noch vorhandenen toten Besatzungsmitglieder der "KURSK" begann Mitte Oktober 2000. Über die wahren Gründe der Tragödie können sie nichts mehr sagen. Die Flottenführung Russlands - und davon ist auszugehen - hat aber intern einen besseren Kenntnisstand. Nach Wochen eher spärlicher Berichte und Vermutungen scheint es an der Zeit, Fakten und Abläufe erneut in Erinnerung zu rufen sowie Zusammenhänge zu bewerten. Auch im beginnenden neuen Jahrtausend scheint die Waffenplattform U-Boot für Militärs noch immer ein probates Mittel nicht nur der Seekriegsführung zu sein, sondern auch als Teil eines Bedrohungspotentials - also eine Art fleet in beeing.
Die Atom-U-Bootkreuzer 1. Ranges Projekt 949A "ANTEY" (NATO: OSCAR-II-Klasse)
|
Russischer Typ (Klasse): |
PLARK (Podvodnaya Lodka Atomnaya s Krylatymi Raketami, U-Boot, nukleargetrieben mit Flügelraketen) |
|
Russisches Projekt: |
Index: 949A, Chiffre: "ANTEY" |
|
Russische Bezeichnung: |
Atom-U-Bootkreuzer 1. Ranges |
|
Russisches taktisches Zeichen für PLARK: |
 |
|
NATO-Designation: |
SSGN (submarine guided missile, nuclear propulsition),
U-Boot, nukleargetrieben mit Flügelraketen |
|
NATO-Klassenbezeichnung: |
OSCAR-II-Klasse |
Die Atom-U-Bootkreuzer 1. Ranges Projekt 949 "GRANIT" und Projekt 949 A "ANTEY" (NATO: OSCAR-I und OSCAR-II-Klasse) stellen die direkten Nachfolger der flügelraketentragenden U-Boote und USchiffe der ersten und zweiten Generation der Sowjetischen Seekriegsflotte dar. Die Wurzeln dieser Entwicklung gehen bis in die späten vierziger Jahre zurück. Damals begannen Versuche, Flügelraketen (auch nach deutscher Grundkonstruktion) zu navalisieren, d.h. sie auf Über- und Unterwasserträgern nutzbar zu machen. Im Ergebnis dieser Entwicklungslinie entstanden Versuchsfahrzeuge auf der Basis vorhandener U-Boote. Umkonstruiert und mit den entsprechenden Start- und Leiteinrichtungen nachgerüstet, sind sie die Urversionen der heutigen USchiffe. Sie trugen in druckdichten Behältern (einer, zwei oder vier) je eine Flügelrakete. Der taktische Einsatz dieser Fahrzeuge erwies sich aber als kompliziert. Für ozeanische Aufgaben waren die Einheiten kaum oder nicht verwendbar. In den fünfziger Jahren begann die Marine, Unterwasserträger mit konventionellem und nuklearem Antrieb zu projektieren, die in speziellen hochklappbaren Doppelcontainern zwischen vier und acht Raketen transportieren und abfeuern konnten. Es entstanden zwischen 1960 und 1970 drei entsprechende Entwürfe: Projekt 651 (NATO: SSG JULIETT-Klasse), Projekt 659 (NATO: SSGN ECHO-I-Klasse) und Projekt 675 (NATO: SSGN ECHO-II-Klasse). Diese Träger stellten die erste Generation einsatzfähiger ozeanischer Flugkörper-U-Boote dar. Als nachteilig erwiesen sich zwei Tatsachen:
-
Ein Abfeuern der Raketen war nur im aufgetauchten Zustand möglich (den Unterwasserstart ließ der damalige technologische Stand der verfügbaren Flugkörper nicht zu).
-
Die Zielerfassung, Zielbegleitung und Flugkörperlenkung bis zum Schuss erfolgte entweder durch den Raketenträger mittels aufwendiger Funkmess-Systeme selbst oder (im Idealfall) durch einen Fühlungshalter (Fremdzielortung): Flugzeuge der Typen TU-95RZ (NATO: BEAR), TU-16RZ (NATO: BADGER) und Hubschrauber KA-25RZ (NATO: HORMONE) sendeten die Zieldaten und dienten als Datenrelaisstation vom U-Boot zur fliegenden Rakete und umgekehrt. Durch die aktive HF-Abstrahlung der Radar- und Funkantennen hob das U-Boot seine natürliche Tarnung aber selbst auf.
Diese Unzulänglichkeiten besaßen die Nuklearboote der zweiten Generation nicht. Gefürchtet von der US-Navy, kamen in den siebziger Jahren folgende Klassen in den Flottenbestand: Projekt 670 "SKAT" (NATO: SSGN CHARLIE-I-Klasse), Projekt 670 M "SKAT-M" (NATO: SSGN CHARLIE-II-Klasse) und ein schnelles Einzelboot in Titanbauweise, das Projekt 661 "ANCHAR" (NATO: SSGN PAPA-Klasse). Haupteinsatzziel dieser Waffenplattformen für konventionelle und nukleare Sprengköpfe: Der Angriff auf Flugzeugträgerkampfgruppen der US-Navy. Hierzu verzichteten die Konstrukteure (und die Marine) auf eine Überwasserortung mittels hochfrequenter und enttarnender Radiowellen. Die Zielortung gewährleisteten leistungsfähige Sonarkomplexe ("RUBIN", "KERCH'" und "SKAT-M") mit einer Reichweite von ca. 70 km (ca. 38 sm, also ungefähre Horizontentfernung).
Die Wirkungsentfernung der Raketensysteme war dem angepasst:
-
für Projekt 661: P-70 "AMETIST" (NATO: SS-N-7 "STARBRIGHT")
-- mit 70 km Reichweite
-
für Projekt 670/670 M: P-120 "MALAKHIT" (NATO: SS-N-9 "SIREN") -- mit 120 km Reichweite.
Die Marine strebte damit den Schuss nach der Methodik "hören - schießen - vergessen" an, ähnlich dem Prinzip "shoot and forget".
Die Entwicklung Flügelraketen tragender Schiffe und U-Boote betrieben auch westliche Flotten, eine breite Zuführung von Serienmodellen blieb jedoch aus. Um 1964 brach man die Entwicklungsrichtung in den USA ab. Die Erfolgsaussichten von U-Boot-Attacken gegen moderne Flottenverbände mit stark ausgeprägter Luft- und U-Boot-Abwehrtechnologie bewerteten die Navy-Experten durch die vorhandene starke Trägerluftwaffe hier augenscheinlich anders. Herausragende Beispiele dieser Technologie stellten die US-Raketen vom Typ "Regulus-1" und "Regulus-2" dar. Diese Marschflugkörper (RGM-6) entwickelte die Industrie Ende der fünfziger Jahre. Sie kamen auf Über- sowie Unterwassereinheiten zum Einsatz. Die U-Boote USS "HALIBUT" SSGN 587 (nukleargetrieben) und die Diesel-Boote USS "GRAYBACK" SSG 574, USS "GROWLER" SSG 577, USS "TUNNY" SSG 282 und USS "BARBERO" SSG 317 gehörten zum REGULUS-Programm der US-Navy. Im Zuge der breiten Einführung von strategischen U-Booten mit ballistischen Raketen hat die USA von dieser Art Raketenbewaffnung Abstand genommen und das Programm 1964 abgebrochen. Ende der siebziger Jahre griff die Marine die Idee von den Flügelraketen wieder auf. Für die einzelnen Teilstreitkräfte kommen diese in unterschiedlichen Varianten zum Einsatz. Die Marine erhielt sie in Form der Unterschall fliegenden und auch von U-Booten abzufeuernden cruise missile BGM-109 "TOMAHAWK". Die genannte USS "GROWLER" liegt jetzt als Museumsschiff im Intrepid Sea, Air and Space Museum auf dem Hudson-River in Manhattan/New York City, USA.
In der Sowjetunion begannen erste Arbeiten zu den Entwürfen einer neuen Generation von USchiffen mit Flügelraketen um 1967, die als so genannte "asymmetrische Antwort" auf die Überlegenheit von NATO- und US-Überwasserstreitkräfte gesehen werden. Westliche Quellen bezeichnen diese Epoche auch als die vierte Entwicklungsgeneration. Die taktisch-technischen Forderungen hat die Marine gegenüber der Industrie offiziell dann 1969 formuliert. Die Entwurfs- und Projektierungsarbeiten übertrug der Auftraggeber dem Zentralen Konstruktionsbüro "RUBIN" in Leningrad. Unter der Leitung des Chefkonstrukteurs P. P. Pustyntsev und nach seinem Tod ab 1977 unter I. L. Baranov entstand der Entwurf eines der größten USchiffs-Klassen, die je die Meere befuhren und noch befahren. Sie sollten im Gegensatz zu ihren Vorgängern eine "garantierte" Vernichtung der anzugreifenden US-Flugzeugträger ermöglichen. Sowjetische Marineexperten errechneten, dass hierzu der Anflug von ca. 20-24 Raketen notwendig sei, um die starke Luftverteidigung der heutigen - und künftigen! - US-Kampfgruppen zu durchbrechen (so genannte saturation attacs - Sättigungsangriffe). Dieses Prinzip setzten schon japanische Kamikazepiloten in die Tat um. Kam einer aus vielen Maschinen durch die Abwehrwand, saß die "menschengesteuerte Bombe" im Schiff. Der notwendige Flugkörperträger musste demnach nicht nur die große Anzahl Raketen tragen können, sondern auch in der Lage sein, diese im Salvenstart abzufeuern. Die Unterwasserstartfähigkeit erforderte hierbei eine exzellente Austrimmung des USchiffes. Das Projekt erhielt den Index 949 und die Chiffre "GRANIT", die NATO vergab später die Designation SSGN OSCAR-Klasse. In den Entwurf flossen auch die nun vorliegenden Erfahrungswerte des schnellen Flugkörper-U-Bootes Projekt 661 "ANCHAR" (NATO: SSGN PAPA-Klasse) ein. Dieses in wesentlichen Konstruktionselementen aus Titan gefertigte U-Boot erreichte bei Meilenfahrten 44,7 kn (1 kn = 1852 m/h) und gilt damit als das schnellste U-Boot weltweit. Dieses Boot befand sich bis zur Ausmusterung im Versuchsstatus.
Die OSCAR-Klasse erreicht trotz ihrer erheblichen Größe eine Unterwassergeschwindigkeit von über 33 kn - um letztlich mit ihren schnell fahrenden Zielen mithalten zu können. Lange experimentierten die Spezialisten mit der optimalen Auslegung der äußeren Antriebsanlage und der Heckform mit den Stabilisatoren. Unterschiedliche Propellervarianten und Lösungsansätze anderer Technologien kamen zur Anwendung, sind doch sowohl die geringste zu erreichende Sonarsignatur als auch eine hohe Geschwindigkeit anzustrebende Parameter. Die letztendliche Doppelpropelleranlage verringerte zwar die Geschwindigkeit um 0,3 kn, durch eine gleichmäßigere Umströmung des Hecks gelang es aber, die akustischen Störwerte um 20% zu senken.
Bau-Nr. 605 "ARCHANGELSK":
(OSCAR-I-Klasse) |
zwei Wellenanlagen mit je einem fünfflunkigen leiselaufenden superkavitierenden Propeller |
Bau-Nr. 606 "MURMANSK":
(OSCAR-I-Klasse) |
zwei Wellenanlagen mit je zwei gegenläufigen vierflunkigen Propellern (Tandempropeller) |
|
Überlegungen und Experimente |
Wasserstrahlantrieb (Jet-Antrieb, hier hinein passen auch - wohl eher fantasiereiche - Überlegungen zu einem magnethydrodynamischen Antriebsystem) |
ab Bau-Nr. 617 "KRASNODAR"
(OSCAR-II-Klasse) |
zwei Wellenanlagen mit je einem siebenflunkigen leiselaufenden superkavitierenden Propeller, Durchmesser 4,80 m |
Die OSCAR-Klasse umfasst zunächst 2 Einheiten für die Nordflotte: K-525 "ARKHANGELSK" und K-206 "MURMANSK". Beide kommen Anfang der achtziger Jahre in Dienst. Aber schon 1996 - nach knapp 15 Jahren Dienstzeit - streicht die Flotte sie wieder aus dem Bestand und legt sie auf. Als Nachfolgemodell kommt das größere Projekt 949A "ANTEY" (NATO: OSCAR-II-Klasse) in Fahrt: 11 Schiffe (zzgl. zwei weitere Einheiten z. Z. in der Erprobung bzw. im Bau) kommen in Dienst und befinden sich ebenfalls im Bestand der Nord- und Pazifikflotte. Ein -- noch zu Sowjetzeiten angestrebter und georderter -- Endbestand von 20 Einheiten kann als wahrscheinlich, aber als nicht mehr realisierbar angesehen werden. Die OSCAR-II-Klasse besitzt eine zusätzliche Sektion (Abteilung V-bis), ist damit ca. 10 m länger und hat eine geräuschärmere Antriebsanlage. Veränderungen wirkten sich somit hauptsächlich beim Antriebskonzept und den Propellern aus. Da diese taktischen Waffensysteme bei den Verhandlungen strategischer Potentiale der Supermächte im Zuge der SALT-I- und SALT-II-Vertragswerke nicht offengelegt werden brauchten, sind Angaben und taktisch-technischen Daten über sie sehr spärlich.
Der Bauauftrag für alle Einheiten der OSCAR-I- und OSCAR-II-Klassen ergeht an die große Marinewerft SMP "Severnoe Mashinostroitel'noe Predpriyatie" (Nördlicher Maschinenbaubetrieb, ehemals Werft 402) in Severodvinsk am Weißen Meer. Diese Werft verfügt über ausreichende Hallen- und Dockkapazitäten für den Bau großer und größter Schiffseinheiten. Hier sollte -- neben Leningrad (Ostsee) und Nikolayev (Schwarzes Meer) -- das Schlachtschiffsbauprogramm Stalins in den Vor- und Nachkriegsjahren verwirklicht werden.
Die Namen der USchiffe sind russischen Städten mittlerer Größe entlehnt.
|
Name |
Bau-Nr. |
Takt. Bez. |
Pent.-Nr. |
Kiel- legung |
Stapellauf |
In Dienst- stellung |
Dislozierung |
|
Projekt 949 - 2 |
"ARCHANGELSK"
ex "MINSKIY KOMSOMOLETS" |
605 |
K-525 |
? |
07.1977 |
04.1980 |
07.10.1981;
1984 das System |
Nordflotte,
Reserve; 1999 abgewrackt |
|
"MURMANSK" |
606 |
K-206 |
? |
11.1978 |
12.1982 |
20.12.1983;
1985 das System |
Nordflotte,
Reserve; 1999 abgewrackt |
|
Projekt 949A - 11+ |
|
"KRASNODAR" |
617 |
K-148 |
841 |
06.1980 |
02.1985 |
12.1985 |
Nordflotte |
|
"IRKUTSK"
auch "BELGOROD" |
619 |
K-132 |
|
02.1983 |
03.1986 |
1986 |
1990 von der Nord- zur Pazifikflotte |
|
"VORONESH" |
636 |
K-119 |
812? |
04.1985 |
29.12.1987 |
12.1988 |
Nordflotte |
|
"KRASOYARSK"
auch "CHELYBINSK" |
618 |
K-173 |
|
04.1986 |
27.12.1988 |
1989 |
1991 von der Nord- zur Pazifikflotte |
|
"SMOLENSK" |
637 |
K-410 |
816 |
05.1986 |
20.01.1990 |
1990 |
Nordflotte |
|
"CHELYABINSK"
auch "TOMSK" |
638 |
K-442
K-449 |
|
1986 |
15.06.1990 |
1991 |
1992 von der Nord- zur Pazifikflotte |
|
"VILYUCHINSK"
bis 1996 "KASATKA" |
649 |
K-456 |
|
1987 |
06.1991 |
1991 |
1993 von der Nord- zur Pazifikflotte |
|
"OREL", bis 1992
"SEVERODVINSK" |
650 |
K-266 |
847 |
1988 |
05.1992 |
27.10.1993 |
Nordflotte |
|
"OMSK",
auch "PETROPAVLOVSK KAMTCHATSKIY" |
651 |
K-186 |
859 (NF) |
1991 |
08.05.1993 |
27.10.1993 |
1994 von der Nord- zur Pazifikflotte |
|
"KURSK" |
662 |
K-141 |
850 |
22.03.1990 |
23.05.1994 |
30.12.1994 |
Nordflotte |
|
"TOMSK" |
653? |
K-150
K-526 |
821
(NF) |
1991 |
25.04.1996 |
12.08.1997 |
1997 von der Nord- zur Pazifikflotte |
|
"BELGOROD" |
? |
K-139
K-530 |
? |
1994 |
09.1999 |
unsicher |
? |
|
"VOLGOGRAD" ? |
? |
K-135? |
? |
? |
? |
? |
? |
Pennant Numbers (Bordnummern)
- Pazifikflotte: 900er-Block
- Nordflotte: bis 1996 der 600er-Block.
Von 20 geplanten USchiffen liefen bis zum Jahr 2000 der Flotte 2 OSCAR-I- und 11 OSCAR-II-Einheiten zu.
Taktisch-technische Daten des Projektes 949A "ANTEY":
D i e R u m p f u n t e r t e i l u n g
(siehe dazu auch ein großformatiges, detailliertes Bild ... [>>>]
Der Rumpf ist unterteilt in 10 Abteilungen mit 9 wasserdichten Schotten in klassischer Zweihüllenbauweise.
|
I |
Torpedoraum
(3 Decks, 5 Mann) |
Deck 1: 4x 533 mm- und 2x 650 mm-Torpedorohre, Torpedoladeluke (Durchmesser 800 mm), automatisierter Torpedo- und Raketenladekomplex "LENINGRAD-949", Torpedofeuerleitpult "GRINDA", dreistöckige Lagergestelle für die Torpedos;
Deck 2: Hauptgeräte der Sonaranlage "SKAT-3", Gas- und Schaumfeuerlöschsystem, Niedergänge. An den Bordwänden befinden sich Luken für die Antriebe der vorderen Tiefenruder. Das Zwischendeck zwischen Deck 1 und 2 ist für einen Druck von 5 atm ausgelegt;
Bilge: Hochdruckkompressor EKSK-25, Ventilatoren, gasdichter Akkumulatorenstauraum (0,1 atm);
|
|
II |
Zentrale
(4 Decks, 31 Mann) |
Deck 1: Hauptbefehlsstand, Ruderstand "KORUND" an Steuerbordseite, Steuerpulte für den Sonar- und Torpedofeuerleitkomplex "ARFA", "OMNIBUS" und GRINDA", das schiffstechnische Pult "MOLIBDEN", das Zielzuweisungssystem, die zentrale Druckluftsteuerung, die Befehlsstände für den diensthabenden Wachoffizier und den Leitenden Ingenieur, weiter achtern der Schottdurchgang in die 3. Abteilung, daneben die Feuerlöschanlage "LOKH". Zwei Periskope sind vorhanden: vorn das Kommandantensehrohr PZKE-11 "LEBED’", achtern das Navigationssehrohr "SIGNAL-3" und das Präzisionsnavigationssystem UNK-90-949A "SIMFONYA-U", Ausstiegsluke zum Turmfahrstand, Notausstiegsluke zur autonomen Rettungskammer im Turm;
Deck 2: Computerraum für den Rechner "SATURN" und den Feuerleitkomplex "OMNIBUS", Luftfilter, Klimageräte;
Deck 3: hydroakustische Gefechtsstation und Gefechtsstation des Raketenfeuerleitkomplexes "GRANIT";
Deck 4: gasdichter Zugang zur Akkumulatorenstauraum Nr. 2, Akkumulatoren-Gefechtsstation mit Gaskontrollgeräten und Lüftungsprüfung, Proviantlast für Trockennahrung, Frischwasserzelle, 4 Frischwasseraufbereitungsanlagen PS-2;
|
|
III |
Kontrollraum (elektronische Systeme)
(4 Decks, 24 Mann) |
Deck 1: Schacht für das Gerät 3-KR-01 (kosmischer Zieldatenempfänger des Systems "LEGENDA", Schnorchel für das System RKP (Arbeit des Kompressors unter Wasser), Radarantenne "KORALL-B"/ "RADIAN" des Systems "MRKP-59", UKW-Antennenanlage "ANIS", Weitbereichsfunk "KORA-STYR", Peilrahmenantenne ""ZONA", Antenne für die kosmische Nachrichtenverbindung "SINTEZ" (alle Funkanlagen sind Teil des Komplexes "MOLNYA"), Fernsehkamera "MTK-110", Funkschapp (Backbord), Reservezentrale (Steuerbord), Hydroakustikschapp, Schapp für Funkaufklärung, Funkmeßschapp;
Deck 2: Abteilungs-Wachstand (Backbord), Kommandantenkammer, Radarpult für die Anlage "KORALL-B" mit Belüftung, Gefechtsstation des chemischen Dienstes und Feuerlöschanlage "LOKH";
Deck 3: Funkstationen (auch Chiffrierdienst), Toilette und Waschgelegenheit, LI-Kammer, eine weitere Offizierskammer und drei Fähnrichs-kammern; Teil des Hydrauliksystems der Ruderanlage;
Deck 4: Pumpen und Systeme für das Heben der Ausfahrgeräte, Systeme zum Öffnen der Abdeck- und Verschlussklappen der Raketencontainer;
Bilge: Lenzsystem und Lenzpumpen mit der Hauptlenzpumpe ZN-279 sowie Lenzpumpen ZN-294 und ENA-4, Kühlsystem; |
|
IV |
Unterkünfte
(4 Decks, 12 Mann) |
Deck 1: Backbordseite Smutkammer, Toilette und Waschraum, medizinischer Schutzraum (Isolator), Ambulatorium, Matrosen- und Fähnrichskammern, Steuerbordseite Niedergang zum 2. Deck, Geheimbereich, 5 Matrosen- und Fähnrichskammern;
Deck 2: Niedergänge nach oben und unten, Offiziersmesse mit Pantry und Abwäsche, an beiden Bordseiten Offizierskammern, Abteilungswachstand und Feuerlöschanlage "LOKH", Gasfeuerlöschanlage "FREON-114V-2", Geräte zur Kontrolle des Zustandes der Raketencontainer;
Deck 3: zum Bug Offizierskammern, Duschraum, Messe für Fähnriche und Unteroffiziere, Medienzentrale (Video, TV, Audio, Radio), achtern Erholungsbereich mit Sportraum, "Schwedischer Wand", Fahrradtrainer, Dusche und Bassin (mit Meerwasser aus einer Tiefe nicht weniger als 250 m), Wand mit wechselnden Motiven, Tonuntermalung und Windgeräuschen;
Deck 4: Gerät zum Außenbordgeben von Abfällen "DUK", Kombüse, zweistufig gekühlte Proviantlast, Luftreinigungs- und Filteranlage "URM", Reserveluftsysteme "SORBENT", DZHUT, "KIZIL", Geräte der Luftkontrolle;
Bilge: unterschiedliche Systeme, Lenzpumpen, Rohrsysteme; |
|
V |
Hilfsmaschineraum
(4 Decks, 11 Mann) |
Deck 1: Hochdruck-Pressluftkompressor AEKS-7,5, Ventilatoren des vorderen Luftkreises, Abgasleitungen der Dieselaggregate;
Deck 2: Dieselgenerator ASDG-800/1 (45 t) mit 800 kW und Verteiler;
Deck 3: Landanschluss (Wechselstrom 380 V, 50 Hz, 1500 kW und 220 V 400 Hz und 50 kW, Gleichstrom 175-320 V), Steuerungseinheit der Reaktoren, Pulte der elektroenergetischen Versorgung "ONEGA" und "URAN";
Deck 4: Lenzpumpensystem, Kompressoren, Elektrolyseanlage K-4 für die Sauerstoffgewinnung 250 l/h;
Bilge: Frischwasserzellen |
|
V-bis |
Hilfsmaschinenraum
(4 Decks, 4 Mann) |
Deck 1: Verteilerschränke, Reservefunkraum;
Deck 2: Elektrolyseanlage K-4 für die Sauerstoffgewinnung 250 l/h, Kompressoren, Schaltschränke für den Dieselgenerator , Gleichrichter für das Gleichstromschweißnetz, Feuerlöschanlage "LOKH", Vorraum mit Schleuse und Dusche (Dekontamination);
Deck 3: Umformerraum und kleiner Raucherraum;
Deck 4: Lenzpumpen, Rohrsysteme, Hydrauliksystem, Zellen;
Bilge: unterschiedliche Systeme
|
|
VI |
Reaktorraum
(3 Decks, 5 Mann) |
Deck 1: zwei Korridore (Backbord und Steuerbord), Ventilations- und Kühlungssystem, Duschkabinen
Deck 2: Pumpen- und Kompressorbereich, Ventilationssystem des Reaktorbereiches, zwei Reaktorschleusen, Unterdruckpumpen, Geräte zur Untersuchung von Dampfproben;
Deck 3: Druckwasserreaktor OK-650M.02 mit Schutz- und Kühlsystemen
|
|
VII |
Turbinenraum 1
(2 Decks, 9 Mann) |
Deck 1: Hilfssteuerpult für die Antriebsanlage, Hauptschalttafel, statische Gleichrichter, Feuerlöschanlage "LOKH",
Deck 2: gasdichter Bereich, Dampfturbinen "SAPFIR" Typ OK-9DM, Verdampfer, Kühlsystem, Turbogenerator, Kupplungsmuffe, Untersetzungsgetriebe, Hauptantriebsturbine, Rückwärtsfahrtturbine, Muffe für den E-Hilfsantrieb, der eigentliche E-Hilfsantrieb PG-160;
|
|
VIII |
Turbinenraum 2
(2 Decks, 7 Mann) |
Spiegelbildlich gleich der Abteilung VII.
Alle Maschinen besitzen schwingungsdämpfende Einrichtungen und Schallisolierung zur Senkung der akustischen Signatur. Zur Gewichtseinsparung sind viele Teile aus Titan gefertigt. Die Antriebswellen haben einen Durchmesser von 950 mm;
|
|
IX |
E-Maschinenraum
(2 Decks, 3 Mann) |
Deck 1: Pumpen und Speicher für die Hydraulik der Ruderanlage, Hochdruck-Pressluftkompressor, achterer Notausstieg, Labor für Wasserenthärtung, Reserveruderstand (bei Ausfall des Steuersystems "Korund");
Deck 2: Im Deck verlaufen die Wellenanlagen. Zwischen diesen stehen die Hochdruck-Pressluftkompressoren EKSA-25, darüber der Kompressor AEKS-7,5.
Bilge: Werkbank, Toilette, Dusche, Proviantlast, drei Hydraulikzylinder der Rudermaschine. |
|
Bereich zwischen Hüll- und Druckkörper |
Hochdruck-Pressluftbehälter VVD-400 mit insgesamt 128 m³ Luft unter 400 bar Druck, 25 Ballastwasserzellen, Pulvergeneratorsystem, 24 Behälter SM-225 des Raketensystems,
Bugbereich: Antenne der Sonaranlage MGK-540 ("SKAT-3"), Ankereinrichtung AS-17, Schleppeinrichtung ABU, ausfahrbare Festmacher, Poller und Spills, Luke für Mitteldruck-Luftversorgung von Außen, Hebestangen SHCHU-400,
Turm: 29 m Länge, Ausfahreinrichtungen, Rettungskammer,
Achterer Bereich: Gerät VIPS für hydroakustische Gegenmaßnahmen, System "PARIS" (Positionssignalgeber für Boje), Rettungsluke.
|
Für beschleunigtes Auftauchen besitzt die OSCAR-Klasse ein auf mehrere Ballastwasserzellen wirkendes System von Pulvergeneratoren. Die Rumpfkonstruktion ist für das Fahren im Eis ausgelegt. Im Druckkörper befinden sich 1400 Öffnungen. Eine ca. 1 m große Luke in Abteilung VI dient der Be- und Entladung des Reaktors, weitere im Bugbereich für die Akkumulatoren.
S c h i f f b a u d a t e n
|
|
Wasserverdrängung |
| |
Über Wasser (westliche Angaben) |
[t] |
10.800 |
| |
Über Wasser (inoffizielle russische Angaben) |
[t] |
14.700 |
| |
Maximale Verdrängung, getaucht (westliche Angaben) |
[t] |
13.500 |
| |
Maximale Verdrängung, getaucht (inoffizielle russische Angaben) |
[t] |
23.860 |
| |
Reserveschwimmfähigkeit in % der normalen Wasserverdrängung |
[%] |
ca. 30 |
|
Länge/Breite/Tiefgang |
| |
Länge ü. A. |
[m] |
154 |
| |
Breite ü. A. |
[m] |
18,2 |
| |
Breite über achtere Stabilisatoren |
[m] |
20,1 |
| |
Tiefgang, mittlerer |
[m] |
9,2 |
|
Druckkörper |
| |
Länge des Druckkörpers |
[m] |
122 |
| |
Durchmesser des Druckkörpers im Bugbereich |
[m] |
8,5 |
| |
Wandstärke des Druckkörpers, Stahl AK-33 |
[mm] |
45-68 |
| |
Wandstärke des Hüllkörpers |
[mm] |
ca. 10 |
| |
Stärke der Schottwand zwischen der 1. und 2. sowie der 4. und 5. Abteilung |
[mm] |
20 |
| |
Druckauslegung der o.g. Schottwände |
[atm] |
40 |
| |
Druckauslegung der restlichen Schottwände |
[atm] |
10 |
|
Tauchtiefe |
| |
Periskoptauchtiefe |
[m] |
k. A. |
| |
Arbeitstauchtiefe |
[m] |
ca. 480 |
| |
Grenztauchtiefe (maximale Tauchtiefe) |
[m] |
ca. 600 |
| |
Zerstörungstauchtiefe |
[m] |
ca. 700 |
|
Luftvorrat |
| |
Luftmenge |
[m³] |
128 |
| |
Nominaldruck in den Pressluftbehältern |
[bar] |
400 |
| |
A n t r i e b s - u n d E n e r g i e a n l a g e |
Reaktoranlage |
| |
Druckwasserreaktor OK-650M.01 (später OK-650M.02) mit Konvektionskühlung |
[Stk] |
2 |
| |
Wärmeleistung je Reaktor |
[MW} |
190 |
| |
Betriebsstunden (veranschlagt) |
[h] |
50.000 |
| |
Kernspaltungsmaterial in den Reaktoren (36%-iges angereichertes Uran-235) |
[kg] |
115 |
| |
Energieinhalt des Kernspaltungsmaterials |
[MW] |
1.140.000 |
| |
Dampfturbinenanlage "SAPFIR" Typ OK-9DM |
[Stk] |
2 |
| |
Wellenleistung der Dampfturbinen je Turbine |
[WPS] |
49.000 |
|
Antriebsanlage |
| |
Antriebswellen |
[Stk] |
2 |
| |
Propeller, leiselaufend |
[Stk] |
2 |
| |
Anzahl der Flunken je Propeller |
[Stk] |
7 |
|
Energieanlage |
| |
Turbogeneratoren mit je 3.200 kW |
[Stk] |
2 |
| |
E-Hilfsantrieb PG-160 mit je 475 kW |
[Stk] |
2 |
| |
Dieselgeneratoren vom Typ DG-190 |
[Stk] |
2 |
| |
Leistung je Dieselgenerator |
[kW] |
190 |
| |
Schnorchel für das System RKP (Arbeit des Kompressors unter Wasser) |
[Stk] |
1 |
| |
Akkumulatoren (Erzeugnis 440), untergebracht in den Abteilungen I und II |
[Gruppen] |
2 |
| |
Akkumulatoren je Gruppe |
[Stk] |
112 |
| |
Kapazität bei 3-stündiger Entladung |
[Ah] |
10.500 |
| |
Kapazität bei 100-stündiger Entladung |
[Ah] |
15.000
|
T a k t i s c h e D a t e n
|
|
Geschwindigkeit |
| |
Über Wasser, maximal |
[kn] |
15,4 |
| |
Unter Wasser, maximal |
[kn] |
33,5 |
| |
In 100 m Tiefe bei 127 Wellenumdrehungen (begrenzt wg. Kavitation) |
[kn] |
21 |
| |
In 15 m mit Ausfahrgeräten bei 60 Wellenumdrehungen (begrenzt wg. Kavitation) |
[kn] |
9 |
| |
Mit Diesel- und E-Motoren |
[kn] |
5 |
|
Reichweite mit Diesel- und E-Motoren bei 5 kn Fahrt |
[sm] |
500 |
|
Tauch- und Auftauchzeiten |
| |
Schnelltauchzeit |
[s] |
135 |
| |
Auftauchzeit mit Pressluft |
[s] |
k. A. |
| |
Auftauchzeit mit Pulvergenerator |
[s] |
k. A. |
|
Besatzung |
| |
Maximal |
[Mann] |
130 |
| |
Nach Status |
[Mann] |
106 |
| |
- Offiziere |
[Mann] |
43 |
| |
- Fähnriche |
[Mann] |
37 |
| |
- Unteroffiziere |
[Mann] |
5 |
| |
- Matrosen |
[Mann] |
21 |
|
Autonomie |
| |
Maximale Autonomie |
[Tage] |
120 |
| |
Maximaler Verbleib unter Wasser (nur mit Luftregeneration) |
[Stunden] |
2880 |
| |
B e w a f f n u n g
|
|
Taktische Flugkörper |
| |
Raketencontainer SM-225 je Bordseite |
[Stk] |
12 |
| |
Fester Startwinkel der Container |
[°] |
+40 |
| |
Flügelraketen 3M45 Komplex P-700 "GRANIT" (NATO: SS-N-19 "SHIPWRECK")
|
[Stk] |
24 |
| |
Max. Fahrtgeschwindigkeit des USchiffes beim Start der Raketen |
[kn] |
5 |
| |
Max. Tauchtiefe des USchiffes beim Start der Raketen |
[m] |
50 |
| |
Startintervall der Raketen bei einer Salve |
[s] |
5 |
| |
(Atomsprengköpfe von Bord genommen entsprechend Vereinbarung USA-UdSSR) |
|
|
|
Torpedobewaffnung allgemein |
| |
Gesamtvorrat an Torpedowaffen (22 in den Gestellen, 6 in den Torpedorohren) |
[Stk] |
28 |
| |
Variante I (nur Raketentorpedos) URPK-6, 83-R |
[Stk] |
10 |
| |
URPK-6, 84-R |
[Stk] |
8 |
| |
URPK-7, 86-R |
[Stk] |
6 |
| |
URPK-7, 88-R |
[Stk] |
4 |
| |
Variante II (nur Torpedos) USET-80 |
[Stk] |
18 |
| |
65-76 A |
[Stk] |
10 |
|
Variante III (Mix, nach Projekt) USET-80 |
[Stk] |
12 oder 16 |
| |
URPK-7, 86-R |
[Stk] |
2 oder 6 |
| |
URPK-6, 83-R |
[Stk] |
10 |
| |
533 mm-Torpedorohre (Bug, rechts und links der Torpedoladeluke in 2 Ebenen) |
[Stk] |
4 |
| |
650 mm-Torpedorohre (Bug, mittschiffs, untere Rohrebene) |
[Stk] |
2 |
| |
(mögliche weitere Variante für 533 mm-Rohre: alle unterhalb vom Wasserpass) |
|
|
| |
(mögliche weitere Variante für 653 mm-Rohre: rechts und links der Torpedoladeluke)
|
|
|
| |
Automatisierter Torpedo- und Raketenladekomplex "LENINGRAD-949" |
[Stk.] |
1 |
| |
Torpedofeuerleitpult "GRINDA" |
[Stk.] |
1 |
|
Anti-Schiff-Torpedo 65-76 A "KIT" |
| |
Antrieb: Turbine |
|
|
| |
Treibstoff: Kerosin |
|
|
| |
Oxydator: Wasserstoff-Peroxyd H2O2 (auch Hydrogenperoxyd, Hydrogendioxyd) |
|
|
| |
Einführung in die Flotte |
[Jahr] |
1976 |
| |
Kaliber |
[mm] |
650 |
| |
Länge des Torpedos |
[m] |
11 |
| |
Max. Geschwindigkeit des Torpedos |
[kn] |
50 |
| |
Max. Reichweite des Torpedos |
[sm] |
26 |
| |
Max. Tauchtiefe des Torpedos mit einer Geschwindigkeit von 13 kn |
[m] |
480 |
| |
Gewicht |
[kg] |
4650 |
| |
Sprengkopf (konventionell) |
[kg] |
530 |
| |
Sprengkopf (nuklear) möglich. Vertraglich abgerüstet. |
|
|
|
Anti-Schiff-Hochgeschwindigkeitstorpedo VA-111 "SHKVAL" |
| |
Antrieb: reaktiv |
|
|
| |
Oxydator: Wasserstoff-Peroxyd H2O2 (auch Hydrogenperoxyd, Hydrogendioxyd) |
|
|
| |
Einführung in die Flotte |
[Jahr] |
1977 |
| |
Kaliber |
[mm] |
533 |
| |
Länge des Torpedos |
[m] |
8,2 |
| |
Max. Geschwindigkeit des Torpedos |
[kn] |
200 |
| |
Reichweite des Torpedos |
[sm] |
ca. 10 |
| |
Max. Tauchtiefe des Torpedos |
[m] |
ca. 400 |
| |
Steuerung: hydroakustisches aktiv-passiv Selbststeuersystem auf zwei Ebenen |
| |
(Atomsprengköpfe von Bord genommen entsprechend Vereinbarung USA-UdSSR) |
|
Universal-Torpedo USET-80 |
| |
Antrieb: Elektroantrieb mit Silber-Zink-Akkumulatoren |
|
|
| |
Jahr der Einführung in die Flotte |
[Jahr] |
1980 |
| |
Kaliber |
[mm] |
533 |
| |
Länge des Torpedos |
[m] |
7,9 |
| |
Max. Geschwindigkeit des Torpedos |
[kn] |
45-50 |
| |
Reichweite des Torpedos |
[sm] |
ca. 15 |
| |
Max. Tauchtiefe des Torpedos mit einer Geschwindigkeit von 18 kn |
[m] |
über 400 |
| |
Steuerung: hydroakustisches Kielwasser-Folgesystem und hydroakustisches aktiv-passiv Selbststeuersystem auf zwei Ebenen |
| |
Gewicht des Torpedos |
[kg] |
1800 |
| |
Sprengkopf (konventionell) |
[kg] |
290 |
|
Raketentorpedos 533 mm (Angaben unsicher) |
|
RPK-2 "TSAKRA" (NATO: SS-N-15 "STARFISH"), auf älteren Einheiten |
| |
82-R: mit Type 40-Torpedo und konventionellem Sprengkopf |
|
|
| |
90-R: mit Nuklearwasserbombe 10-20 kT |
|
|
| |
Jahr der Einführung in die Flotte |
[Jahr] |
1973 |
| |
Kaliber |
[mm] |
533 |
| |
Flug des Raketentorpedos mit einer Reichweite |
[km] |
45-50 |
| |
Reichweite des Type 40-Torpedos im Wasser |
[km] |
37-45 |
| |
Länge des Raketentorpedos |
[m] |
11 |
|
URPK-6 "VODOPAD" (NATO: ?) |
| |
83-R: mit Torpedo UMGT-1 oder Type 40-Torpedo |
|
|
| |
84-R: wie 83-R, aber mit Nuklearladung |
|
|
| |
100-RU: nukleare Wasserbombe 200 kT |
|
|
| |
Jahr der Einführung in die Flotte |
[Jahr] |
1982 |
| |
Kaliber |
[mm] |
533 |
| |
Antrieb: Feststoff |
|
|
| |
Länge |
[m] |
8,2 |
| |
Reichweite |
[km] |
50 |
|
Raketentorpedos 650 mm (Angaben unsicher) |
|
URPK-7 "VETER" (NATO: SS-N-16 "STALLION") |
| |
86-R: mit Torpedo USET-80 |
|
|
| |
88-R: wie 86-R, aber mit Nuklearladung |
|
|
| |
100-RU: nukleare Wasserbombe 200 kT |
|
|
| |
Antrieb: Feststoff |
|
|
| |
Jahr der Einführung in die Flotte |
[Jahr] |
1982 |
| |
Kaliber |
[mm] |
650 |
| |
Flug des Raketentorpedos mit einer Reichweite |
[km] |
110 |
|
Minen (im Ausnahmefall möglich) |
[Stk] |
32 |
|
Schiff-Luft-Raketensystem |
| |
9K313 "IGLA-1" (NATO: SA-N-10 "GIMLET"), ab der Bau-# 12, Projekt 949AM) |
[Stk] |
1 |
| |
|
N a v i g a t i o n , R a d a r , Sonar und funktechnische Mittel |
|
Navigation |
| |
Auf den ersten USchiffen: Komplex "MEDVEDITSA-949M" (NATO: "CODE EYE") |
[Stk] |
1 |
| |
Später: komplexes Präzisionsnavigationssystem UNK-90-949A "SIMFONYA-U" mit:
|
[Stk] |
1 |
| |
Sendeempfangsgerät KPF-3K |
[Stk] |
1 |
| |
Peilempfänger KIP-7F |
[Stk] |
1 |
| |
Peilgerät (NATO: "PARK LAMP") |
[Stk] |
1 |
| |
Kommandantensehrohr PZKE-11 "LEBED" |
[Stk] |
1 |
| |
Navigationssehrohr "SIGNAL-3" |
[Stk] |
1 |
| |
Empfänger unterseeischer hydroakustischer Signal- und Antwortgeber SNP-3 |
[Stk] |
1 |
| |
Echolot NEL-2 und NEL-5 |
[Stk] |
2 |
| |
Satellitensysteme ADK-3M (oder ADK-4M) und AVK-73 |
[Stk] |
2 |
| |
Kreiselkompass GKU-1M |
[Stk] |
1 |
| |
Magnetkompass KM-145-P2 |
[Stk] |
1 |
| |
Trägheitsnavigationssysteme "STELLIT" und "SKANDIY" |
[Stk] |
2 |
| |
Fahrtmessanlagen LKP-1 und "SAMSHIT" |
[Stk] |
2 |
|
Radar |
| |
I-Band-Überwasserradar "TOBOL" (NATO: "SNOOP PAIR" oder "SNOOP HALF") |
|
|
| |
- mit Radarantenne "KORALL-B"/"RADIAN" des Systems "MRKP-59"
|
[Stk] |
1 |
|
Sonar |
| |
MGK-540 mit System "SKAT-3", Aktiv-Passiv-Sonar für den niedrigen und mittleren Frequenzbereich, Angriff und Ortung, untergebracht im Hüllkörper (NATO: "SHARK GILL") mit den Bestandteilen: |
[Stk] |
1 |
| |
NOR-1 Station zur Zielunterscheidung |
[Stk] |
1 |
| |
NOK-1 360°-Navigationsanlage |
[Stk] |
1 |
| |
MGS-30 Havarieantwortgeber |
[Stk] |
1 |
| |
MG-512 Kavitationsfinder "VINT" (Kielwasserfolgeanlage) |
[Stk] |
1 |
| |
MG-518 Eiswarnanlage "SEVER" |
[Stk] |
1 |
| |
MG-519 Minenortungsstation "ALFA" (NATO: "MOUSE ROAR" ?)
|
[Stk] |
1 |
| |
? Passives VLF Seitensichtsonar (NATO: "SHARK RIB") |
|
|
| |
MG-543 360°-Navigationsanlage |
[Stk] |
1 |
| |
Gleichzeitige Begleitung von Zielen |
[Stk] |
30 |
| |
Reichweite des hydroakustischen Komplexes |
[km] |
220 |
| |
Niederfrequente Schleppantenne (ausfahrbar) "PELAMIDA" (VLF-Schleppsonar)
|
[Stk] |
1 |
|
Gefechtsführungssystem |
|
|
| |
ANTEY (NATO: "PUNCH BOWL") |
[Stk] |
1 |
| |
Aufklärungs- und Zielkomplex "USPEKH" |
[Stk] |
1 |
|
ECM, ECCM |
|
|
| |
... (NATO: "RIM HAT") |
[Stk] |
1 |
| |
System "VIPS" - hydroakustische Gegenmaßnahmen (im Turm, wie Torpedorohre)
|
[Stk] |
2 |
| |
Anti-Radar-Schutzschicht "PLAVNIK" |
|
|
| |
Anti-Sonar-Schutzschicht "PANTSYR’" |
|
|
|
Kommunikation |
|
|
| |
Satelliten- und Kommunikationskomplex "MOLNYA-M" (NATO: "PERT SPRING")
|
[Stk] |
1 |
| |
- Antenne für die kosmische Nachrichtenverbindung "SINTEZ" |
[Stk] |
1 |
| |
- UKW-Antennenanlage "ANIS" |
|
|
| |
- Weitbereichsfunk "KORA-STYR" |
|
|
| |
- Peilrahmenantenne ""ZONA" |
|
|
| |
Empfänger des Zieldatensystems "LEGENDA", Antenne: 3-KR-01 |
[Stk] |
1 |
| |
Fernsehkamera "MTK-110" |
|
|
| |
ELF/VLF-Kommunikationsboje "ZALOM in einer Klappe hinter dem Turm |
[Stk] |
1 |
| |
(auf OSCAR-I-Booten: "PARAVAN") |
|
1 |
| |
Ausfahrbare Funkantenne "LASTOCHKA" den Empfang niedrigstfrequenter Signale
|
[Stk] |
1 |
| |
(auf OSCAR-I-Booten: "ZUBATKA") |
|
|
| |
Anlage für gedeckten automatischen Funkverkehr ZAS |
[Stk] |
1 |
| |
Anlage für geheime hydroakustische Nachrichten SPS |
[Stk] |
1 |
| |
|
S o n s t i g e s |
|
Kollektive Rettungsmittel |
| |
Notfall-Rettungskammer für 107 Mann, untergebracht im Turmbereich |
[Stk] |
1 |
| |
Notausstiegsluken (Abteilungen III und IX) |
[Stk] |
2 |
| |
Havariesignalbojen |
[Stk] |
2 |
| |
Bojenpositionierungssystem "PARIS" |
[Stk] |
1 |
| |
Notboje (achtern) V-600 |
[Stk] |
1 |
| |
Aufblasbare Rettungsflöße für je 20 Mann |
[Stk] |
6 |
| |
Die beiden 650 mm Torpedorohre sind als Notausstiege vorgesehen |
|
|
| |
Luke für Mitteldruck-Luftversorgung von außen |
[Stk] |
1 |
| |
Hebestangensystem SHCHU-400 für je 400 t Belastung |
[Stk] |
? |
|
Persönliche Rettungsmittel |
|
|
| |
Rettungsanzüge für jedes Besatzungsmitglied |
[Stk] |
k. A. |
| |
Schutzmasken |
[Stk] |
120 |
| |
Wasserdichte Schutzmasken IP-6, PM-2, KZM (für Handlungen unter Wasser) |
[Stk] |
53 |
| |
Eiserne Rationen für 6 Tage in jeder Abteilung |
|
|
|
Seemännische Einrichtungen |
|
|
| |
AS-17 - Bug-Ankereinrichtung für Ankertiefen bis 60 m |
[Stk] |
1 |
| |
Schleppeinrichtung ABU |
[Stk] |
1 |
| |
Ausfahrbare Festmacher, Poller und Spills |
[Stk] |
4 |
| |
Spezielles Strecktau (Reeling) an Oberdeck |
|
|
|
Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen |
|
|
| |
Frischwasseraufbereitungsanlage PS-2 für 620 l/h |
[Stk] |
4 |
| |
Gerät zum Außenbordgeben von Abfällen "DUK" |
[Stk] |
1 |
| |
Luftreinigungs- und Filteranlage "URM" |
[Stk] |
1 |
| |
Elektrolyseanlage K-4 zur Sauerstoffgewinnung |
[Stk] |
1 |
|
Schutzeinrichtungen |
|
|
| |
Anlage "FREON-114V-2" (Gasfeuerlöschsystem) |
[Stk] |
1 |
| |
Anlage "LOKH" (Halon-Feuerlöschsystem) |
[Stk] |
10 |
| |
Anlage "VPL" (Schaumfeuerlöschsystem) |
[Stk] |
2 |
| |
Eisschutz des Hüllkörpers und des Turmes |
|
|
|
Schocksicherheit (bei einem Atomschlag von 10 kT - Schockwelle) |
|
|
| |
Für den Druckkörper |
[m] |
1100 |
| |
Für die Antriebsanlage |
[m] |
1300 |
Die Baukosten eines USchiffes der OSCAR-II-Klasse betrugen mit Bewaffnung ca. 226.000.000 russische Rubel mit Stand 1985.
Die Hauptbewaffnung der OSCAR-Klassen bilden 24 Flugkörper 3M45 des Raketen-, Start- und Leitkomplexes P-700 "GRANIT" (NATO: SS-N-19 "SHIPWRECK") aus dem Konstruktionsbüro Chelomey. Die P-700 "GRANIT" ist 10,5 m lang bei einem Durchmesser von ca. 0,88 m (Flügelspannweite 2,6 m) und einem Startgewicht von gut 6.900 kg. Sie ist eine Weiterentwicklung der Rakete 4K-80 P-500 "BASALT" (NATO: SS-N-12 "SANDBOX") mit einem niedrigeren Flugprofil. Angetrieben von einem hinten befestigten ringförmigen Startboosterkomplekt und einem luftatmenden Turbojetantrieb Typ KR-93 erreicht das Geschoss mehr als Überschallgeschwindigkeit (nach russischen Quellen bis zu Mach 2,5 in großen und Mach 1,5 in geringen Höhen) bei einer Reichweite von ca. 300 sm (550 km). Sie kann mit einer konventionellen 750 kg-Sprengladung (TNT-Äquivalent 618 Kg) oder mit einem 500 kt-Nuklearsprengkopf bestückt werden, wobei die Nuklearladung die Hauptvariante darstellt. Je 12 Startcontainer vom Typ SM-225 sind zwischen dem Druckkörper und dem Hüllkörper jeweils an Backbord- und Steuerbordseite mit einem Neigungswinkel von 40° fest eingebaut. Eine Klappe für jeweils 2 Startcontainer sorgt für den Verschluss mit dem Hüllkörper -- also der Außenhaut -- des USchiffes. Die maximale Tauchtiefe zu Abfeuern der Raketen beträgt 50 m bei einer Geschwindigkeit von 5 kn. Ein kurz hintereinander erfolgender Salvenstart von mehreren Raketen (im 5 Sekunden-Abstand) mit der dazu notwendigen schnellen Austrimmung des Trägerschiffes ist möglich. Dabei vermögen die einzelnen Salven unterschiedliche Ziele anfliegen, wobei die Raketen der jeweiligen Salve sehr eng beieinander verbleiben können. Die Vorstartkontrolle und die Rechnerkapazität teilte man zu diesem Zweck in einzelne Aktionskreise auf: 3 Salven -- 3 Kreise sowie ein Kanal für die Handeingabe der Daten; insgesamt existieren auf dem USchiff 7 unterschiedliche Aktionskreise. Die Abwehr eines anfliegenden "Schwarmes" gestaltet sich dabei als äußerst schwierig. Im November 1975 begann die Erprobungsphase des "GRANIT"-Komplexes, die im August 1983 erfolgreich endete. Interessanterweise können die Raketen in einem gesonderten Flugregime auch gegen Land eingesetzt werden -- ungerichtet, aber mit Atomsprengkopf.
Das Trägersystem und die Flugkörper sind bei der Zielerfassung und Zielzuweisung auf Satellitendaten und Zieldatenübermittlung von Fühlungshaltern wie Flugzeugen der Typen TU-95RZ (NATO: BEAR-D) angewiesen. Die Erprobung des neuartigen Satellitenkomplexes 17K114 für die technische Seefernaufklärung und Zieldatenübermittlung "LEGENDA" begann 1973 mit dem System der Radar-, ein Jahr darauf mit dem der Funkaufklärung. Aufnahme des Komplexes in die Bewaffnung 1975, endgültige Indienststellung 1978. Einige Daten:
|
Komplex 17K114 "LEGENDA" |
Masse: |
Höhe: |
Bahnneigung: |
|
Satellit Funkaufklärung: |
3300 kg |
420 km |
65° |
|
Satellit Radaraufklärung 17F16 |
4300 kg |
280 km |
65° |
Neben den kosmischen Komponenten gehören zum Komplex weiterhin Empfangsstationen an Land und auf See, die die Sensoren-Daten in Angaben für die Feuerleitung der Effektoren verarbeiten. Die Leistungsfähigkeit konnten die Militärs während des Falklandkrieges 1982 erproben. Der Hauptstab der Seekriegsflotte war damals im Stande, die taktische Seelage vollständig zu beobachten und Prognosen der Handlungen abzuleiten. Kein Über- oder Unterwasserschiff der Sowjetunion befand sich dabei in der Nähe.
Bedingt durch die mögliche hohe Operationsgeschwindigkeit der US-Kampfgruppen ist eine ständige Aktualisierung der Flugdaten notwendig. Der exsowjetischen, nun russischen Militärlogik folgend, ist es im Konfliktfall als Erfolg anzusehen, wenn ein OSCAR-USchiff einen US-Träger eliminiert -- bei einer veranschlagten Kostenrelation von 1:10; d.h. der volkswirtschaftliche Verlust eines Trägers ist um den Faktor 10 höher als der (wahrscheinliche) Verlust des USchiffes.
Weiterhin ist es möglich, aus 4 herkömmlichen 533 mm- sowie aus 2 "überkalibrigen" 650 mm Torpedorohren eine breite Palette Torpedos, ASW-Raketentorpedos (anti submarine warfare) oder SLCM (ship launched cruise missiles) auszustoßen. Es steht ein umfangreiches Arsenal von effektiven und hochwirksamen Unterwasserwaffen zur Verfügung. Als sicher kann gelten, dass auch modernste Hochgeschwindigkeitsgeschosse für den Unterwasserkampf an Bord vorhanden sind bzw. vorgesehen sind. Als Beispiele seien hier die 533 mm-Torpedos mit 200 kn (!) Geschwindigkeit genannt, so genannte Unterwasserharpunen (VA 111 "SHKVAL") sowie ein 650 mm ASW-Raketensystem mit der Rakete 100RU 85-P und den Torpedos Typ 40 "VETER", 45 oder E45-75A (Systembezeichnung der NATO: SS-N-16 "STALLION"). Von diesem System existiert bis Dato im Westen noch kein offiziell freigegebenes Bild.
Das komplexe Sicherheitssystem der OSCAR-II-Klasse ist in fünf Bereiche unterteilt:
-
Luftfilter- und Regenerationssysteme, die vom Reaktorstrom versorgt werden.
-
Bei einem Herunterfahren des Reaktors in einer Havariesituation (automatisch oder von Hand) werden die Regenerationsanlagen von den im Vorderteil des USchiffes befindlichen Akkumulatoren gespeist.
-
Im Schiff sind zwei verschiedene Pressluft-Druckstufen vorhanden: VVD (Vozdukh Vysokogo Davleniya) - Hochdruckpressluft mit 200 (oder 400) bar und VDS (Vozdukh s Davleniem Sredniyem) - Mitteldruckpressluft mit 30 bar. Diese dienen unabhängig voneinander dem schnellen Ausblasen der Tauchzellen. Das Vorhandensein eines (Pulver-)Gasgenerators zum beschleunigten Leeren der Ballastwasserzellen kann als sicher vorausgesetzt werden.
-
In jeder Abteilung existiert ein separates chemisches Luftregenerierungssystem, das ein Überleben von 10 bis 24 Stunden sichert. Dieses System ist sehr unbeständig und kann Feuer verursachen, wenn die aktiven chemischen Elemente mit Seewasser in Berührung kommen.
-
Jedes Besatzungsmitglied besitzt eine Atemschutzmaske, die die Luftversorgung unter normalen Temperaturen und Druckverhältnissen ca. eine Stunde sicherstellt.
Flotten-Zuordnungen der OSCAR-USchiffe
Die ersten Nordflotteneinheiten befanden sich anfangs im Bestand der 11. U-Boot-Division im Stützpunkt Bolshaya Lopatka nahe Zapadnaya Litsa auf der Kola-Halbinsel. Diese gehört zur 1. U-Boot-Flottille (Basis Zapanaya Litsa). Anfang der neunziger Jahre verlegten die USchiffe zur 7. U-Boot-Division in die Marinebasis Vidyayevo im Gebiet der Ura Guba (Ura-Bucht). K-141 "KURSK" kam nach Indienststellung mit hinzu.
Die 5 aktiven USchiffe der OSCAR-Klasse: K-148 "KRASNODAR", K-119 "VORONESH", K-410 "SMOLENSK", K-266 "OREL" und K-141 "KURSK". K-530 (möglicher Name "BELGOROD") ist im September 1999 in der Werft SMP "SEVMASHPREDPRIYATIE" vom Stapel gelaufen, möglicherweise aber als Notstapellauf, um die Helling in der Bauhalle frei zu bekommen. Ein Weiterbau und eine Indienststellung erscheint z.Z. fraglich. 6 weitere Einheiten verlegten zwischen 1990 und 1997 von der Nord- zur Pazifikflotte: K-132 "IRKUTSK", K-173 KRASNOYARSK", K-442 "CHELYABINSK", K-456 "VILYUCHINSK", K-186 "OMSK" und K-512 "TOMSK". Die K-173 "KRASOYARSK" nahm das Marinekommando um 07/1999 vorläufig aus dem Bestand der Flotte - vermutlich aus technischen Gründen.
|
| < Zur Fortsetzung mit Teil 2 > |